Lebensführung

Bei Harninkontinenz: Übergewicht vermeiden

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Gesunde Ernährung ist auch bei Harninkontinenz wichtig.
(c) George Doyle

Harninkontinenz kann die unterschiedlichsten Ursachen haben. Auch das Körpergewicht spielt eine entscheidende Rolle: Übergewicht erhöht den Druck im Bauchraum und auf die Blase und fördert so den unwillkürlichen Harnabgang. Abnehmen entlastet den Beckenboden. Darüber hinaus kann man mit einem Trainingsprogramm die Muskulatur stärken.

Zwei Drittel der Frauen mit Inkontinenz haben Übergewicht. Häufig leiden diese Frauen an der so genannten Belastungsinkontinenz. Hier tritt der unwillkürliche Verlust von Urin besonders bei körperlicher Belastung auf. Dazu gehören das Heben und Tragen schwerer Gegenstände, das Laufen, Treppensteigen sowie das Aufstehen aus dem Sitzen und das Husten und Niessen. Grund ist eine Schwächung der Beckenbodenmuskulatur, die den Bauchraum nach unten hin begrenzt. Auf Grund der anatomischen Verhältnisse und des weniger starken Bindegewebes gibt der Beckenboden bei Frauen leichter nach: Die Blase und die Harnröhre rutschen tiefer. Durch Übergewicht ist der Druck im Bauchraum erhöht und der Beckenboden wird zusätzlich belastet.

Haben Sie Übergewicht?

Ob Sie übergewichtig sind, können Sie anhand des so genannten Body Mass Index (BMI) herausfinden. Der BMI beschreibt die Menge an körperlichem Fettgewebe. Er wird errechnet, indem man das Körpergewicht (in kg) durch das Quadrat der Körperröße (in Meter) teilt. Als normal gilt bei Frauen ein Wert zwischen 18 und 24, bei Männern sollte der BMI zwischen 20 und 25 liegen. Wenn Sie Übergewicht haben, ist Abnehmen nicht nur wegen des Inkontinenzrisikos sinnvoll. Viele Krankheiten werden durch Übergewicht begünstigt. BMI online berechnen: klicken Sie Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, wie Sie am besten abnehmen können. In erster Linie sollten sie Ihre Ernährung umstellen: Fünfmal am Tag eine kleine Mahlzeit ist besser als dreimal täglich ein Menü. Trinken Sie vor dem Essen ein großes Glas Wasser oder Saft, das mindert den Appetit. Außerdem ist regelmäßige körperliche Aktivität wichtig.

Die richtige Körperhaltung

Versuchen Sie, Ihren Beckenboden zu entlasten. Alle Körperhaltungen, die den Rücken schonen, sind auch für den Beckenboden gut. Durch gezieltes Beckenbodentraining können Sie die Muskulatur zusätzlich stärken. Neben verschiedenen Übungen, die Sie am besten bei Ihrem Arzt erfragen, können aber auch alltägliche Dinge einen positiven Effekt für den Beckenboden haben: Wenn Sie etwas vom Boden aufheben oder Ihre Schuhe binden, also den Oberkörper nach unten neigen, wird der Druck im Bauchraum in die entgegengesetzte Richtung gelenkt.

Autor: Springer Medizin
Letzte Aktualisierung: 18. November 2013
Quellen: Quelle: Roche Gesundheitslexikon Medizin, healthandage, Frauenklinik Baden, Medizinische Hochschule Hannover

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