Inkontinenz-Produkte

Harninkontinenz: Unabhängig bleiben

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Der Selbstständigkeit steht auch bei Inkontinenz nichts im Wege.
Getty Images/Pixland

Heute gibt es viele Inkontinenz-Produkte, die das Zusammenleben mit pflegebedürftigen Angehörigen erleichtern. Doch dürfen diese Hilfsmittel nicht zur Bequemlichkeit verleiten. Schließlich darf die Pflege nicht die Selbstständigkeit beschneiden. Solange der Pflegebedürftige laufen kann, sollte er deshalb regelmäßig die Toilette benutzen und nicht nur auf Vorlagen zurückgreifen.

In vielen Fällen ist ein Toilettentraining sinnvoll. Dabei notiert der Pflegebedürftige jedes Mal, zu welchem Zeitpunkt er Wasser gelassen hat. Nach einigen Tagen lässt sich anhand des Protokolls festlegen, zu welchen Zeiten ein Toilettengang empfehlenswert ist. Mit der Zeit können die Abstände zwischen den einzelnen Toilettengängen vergrößert werden.

Ein Protokoll für das Toilettentraining gibt es bei der Gesellschaft für Inkontinenzhilfe unter www.gih.de zum Herunterladen. Ein fördert ebenfalls die Kontinenz. Einfache Beckenbodenübungen sind bei älteren Inkontinenz-Patienten ebenfalls ein Versuch wert, meint die Pflegepädagogin Ingeborg Barden im Caritas-Magazin Sozial: aufrecht sitzen auf einem ziemlich harten Stuhl, sachte auf den Sitzknochen vor- und zurückschaukeln, mit geradem Rücken und so, dass sich nur das Becken bewegt. Wer seinen Beckenboden nicht recht spürt, kann sich bei dieser Übung ein Kirschkernkissen unters Gesäß legen. Damit Toiletten- und Blasentraining auch Erfolg zeigen, empfiehlt Ingeborg Barden:

  • Hindernisse auf dem Weg zur Toilette - wie Möbel und Teppiche - entfernen
  • bei Verwirrtheit oder Orientierungsproblemen die Toilettentür auffällig beschriften
  • zur Sicherheit Haltegriffe neben dem WC anbringen
  • das Zimmer des Pflegebedürftigen in Nähe der Toilette wählen
  • Kleidung, die sich leicht öffnen und schließen lässt, also: Klettverschlüsse statt Knöpfe und Gummizug statt Gürtel
  • Steckbecken (auch einfach "Topf" genannt), Urinflasche oder Toilettenstuhl für brenzlige Situationen anschaffen; auch bei Bettlägerigkeit können diese Hilfsmittel Selbstständigkeit bewahren Betagte Inkontinenz-Patienten glauben oft, durch einen Verzicht auf Getränke ihre Blasenschwäche in den Griff zu bekommen. Doch von dieser Überzeugung muss die Familie sie unbedingt abbringen, rät Dr. Elke Müller, Pflegewissenschaftlerin am Bethanien-Krankenhaus in Heidelberg. Ein Flüssigkeitsdefizit fördert die Harninkontinenz möglicherweise sogar: So nimmt die Blutvolumen im Körper ab, was Verwirrtheitszustände erzeugt oder verstärkt. Der Toilettengang wird darum leicht einmal vergessen. Außerdem begünstigt Flüssigkeitsmangel Harnwegs- und Blaseninfektionen, die es wiederum erschweren, den Urin zu halten.

Betagte Inkontinenz-Patienten glauben oft, durch einen Verzicht auf Getränke ihre Blasenschwäche in den Griff zu bekommen. Doch von dieser Überzeugung muss die Familie sie unbedingt abbringen, rät Dr. Elke Müller, Pflegewissenschaftlerin am Bethanien-Krankenhaus in Heidelberg. Ein Flüssigkeitsdefizit fördert die Harninkontinenz möglicherweise sogar: So nimmt die Blutvolumen im Körper ab, was Verwirrtheitszustände erzeugt oder verstärkt. Der Toilettengang wird darum leicht einmal vergessen. Außerdem begünstigt Flüssigkeitsmangel Harnwegs- und Blaseninfektionen, die es wiederum erschweren, den Urin zu halten.

Autor: Springer Medizin
Letzte Aktualisierung: 08. September 2008

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