Vorbeugen
Prävention: Warm anziehen ist nicht alles
Wer Probleme mit der Blase hat, kann einiges tun. Durch spezielle physiotherapeutische Trainingsmaßnahmen, am besten unter Anleitung eines erfahrenen Physiotherapeuten, können Beschwerden gebessert werden. Aber auch Alltagstricks helfen. Merke: Warm anziehen ist nicht alles in der Inkontinenz-Prävention.
1. Mit Hilfe einer Elektrostimulation wird die Beckenboden- und Schließmuskulatur gezielt gereizt und damit gestärkt. Die Elektroden werden auf der Haut angebracht oder in die Scheide eingeführt.
2. Bei der Biofeedback-Therapie erlernt der Patient, unbewusste Körpervorgänge wahrzunehmen. Ein Druckfühler wird beispielsweise in den Enddarm oder die Scheide gelegt und mit einem elektrischen Sensor verbunden. Bei Husten, Niesen oder zunehmender Blasenfüllung zeigt er die Druckschwankungen im Bauchraum an. Die Spannung des Blasenschließmuskels ändert sich. Dieser Vorgang wird vom Patienten bewusst wahrgenommen und geübt.
3. Salzhaltige Scheidenspülungen regen den Stoffwechsel der Schleimhäute an und fördern die Durchblutung des Beckenbodens. Sie sollten über einen längeren Zeitraum mehrmals täglich angewandt werden.
4. Eine Gewichtsreduktion bei hohem Körpergewicht entlastet die Beckenbodenmuskulatur.
Hilfreiche Tipps eine Blasenschwäche vorzubeugen
1.Nehmen Sie viel Flüssigkeit zu sich, damit die Blase gut durchspült wird. Achten Sie dabei auf reizstoffarme Getränke wie zum Beispiel Kräutertees oder Säfte.
2.Sie sollten nicht direkt vor dem Schlafengehen trinken. Das erhöht die Gefahr, unwillkürlich in der Nacht einzunässen.
3.Lassen Sie sich beim Toilettengang Zeit, und versuchen Sie, die Blase ganz zu leeren. Der Harndrang tritt dann seltener auf und Bakterien können sich weniger gut im Restharn vermehren.
4.Entspannungsübungen wie Autogenes Training, Atemtherapie oder Massagen können vor allem bei einer Dranginkontinenz helfen, psychische Anspannungen abzubauen.
5.Unter bestimmten Umständen kann ein Miktions- oder Blasentraining hilfreich sein. Nach Rücksprache mit Ihrem Arzt sollten Sie einige Tage Protokoll führen: Wie oft sind Sie zur Toilette gegangen? Mussten Sie einnässen? Wieviel Urin haben Sie abgegeben? Wieviel haben Sie den Tag über getrunken? Vielleicht stellen Sie fest, dass Sie sehr häufig sehr wenig Harn abgegeben oder sehr lange Intervalle zwischen den Toilettengängen liegen. Durch eine aktive Verlängerung oder Verkürzung der Intervalle, können Sie eine effizientere Blasenentleerung erreichen.
6.Um einer Blasenentzündung und damit einer Inkontinenz vorzubeugen sollten Sie:
- für Ihre Intimpflege pH-neutrale Seifen benutzen. So wird die Scheidenflora weniger belastet.
- luftdurchlässige Unterwäsche wählen. Bakterien lieben feuchtwarmes Klima, das in synthetischer Unterwäsche leicht entstehen kann.
- nach dem Toilettengang mit dem Papier immer von vorne nach hinten wischen, damit keine Darmbakterien in die Harnröhre gerieben werden.
- die unterstützende Wirkung einiger Pflanzenextrakte ausprobieren: Bärentraubenblätter wirken zum Beispiel keimhemmend, Preiselbeersaft vermindert die Ansiedelung von Bakterien in der Blase.
- auf Ihre Ernährung achten. Scharfe Speisen produzieren scharfen Urin und reizen die Blase. Alkohol, Kaffee und schwarzer Tee enthalten Reizstoffe, stark zuckerhaltige Getränke und Speisen fördern die Vermehrung der Bakterien.











