
Harnwegsinfekt
Leichter Blasenentzündungen durch bauchfrei und Bikini
Mit den ersten Sonnenstrahlen nehmen die Mahnungen der Mütter an ihre Töchter zu: "Leg dich nicht auf den nassen Rasen." Oder: "Es ist noch zu kalt für bauchfreie T-Shirts." Und einige Wochen später, wenn der Sommer Einzug hält: "Zieh die nassen Badesachen aus. Sonst holst du dir eine Blasenentzündung."
Tatsächlich ist diese Sorge nicht unbegründet. "Unterkühlung setzt die Abwehr des Körpers herunter", erklärt die Urologin Daniela Schultz-Lampel. So haben es Krankheitskeime leichter, einzudringen und eine Infektion zu entfachen. In der Regel entsteht eine Blasenentzündung durch Darmbakterien, die in die Harnröhre wandern. Bei Mädchen und Frauen haben sie dabei vergleichsweise leichtes Spiel ihre Harnröhre ist deutlich kürzer als bei Jungen und Männern, der Weg für die Erreger also nicht so weit. "Inzwischen weiß man, dass es auch eine Veranlagung in der Schleimhaut der Blase gibt", sagt Schultz-Lampel. "Sie kann dafür verantwortlich sein, wenn Blasenentzündungen immer wieder kehren."
Trinken, trinken, trinken
Die Hälfte aller Frauen haben mindestens einmal im Leben eine Blasenentzündung. Die macht sich vor allem durch das Gefühl bemerkbar, ständig auf die Toilette zu müssen auch wenn die Blase just entleert wurde. Hinzukommen Brennen und Schmerzen beim Wasserlassen. Der Urin ist dunkelgelb und kann übel riechen. Wer solche Anzeichen bemerkt, sollte viel trinken, rät Doktor Schultz-Lampel. Das spült die Harnwege. Gut geeignet sind Mineralwasser sowie Blasen- und Nierentees. Sie enthalten Pflanzen wie Brennesseln, Birke, Schachtelhalm oder Wacholder, die die Niere anregen, viel Harn zu produzieren. Bewährt hat sich auch Tee aus Bärentraubenblättern. Er desinfiziert und bekämpft Bakterien. Nicht so gut sind schwarzer Tee, Kaffee und Alkohol sie können die Blase reizen. Wenn Kindern sich eine Blasenentzündung geholt haben, gehen die Eltern am besten mit ihnen zum Arzt. Sie sollten "3-5 Tage mit Antibiotika behandelt werden", sagt die Urologin. Ansonsten gilt: Den Unterleib warm halten und sich Ruhe gönnen. Bessert sich die Blasenentzündung nach zwei Tagen Behandlung nicht merklich, ist auch bei Teenagern und Erwachsenen die Kunst eines Doktors gefragt. Können sich die Keime nämlich weiter ausbreiten, steht womöglich eine Entzündung des Nierenbeckens bevor. Schmerzen in der Nierengegend, hohes Fieber und schweres Krankheitsgefühl sind Zeichen dafür.
Preiselbeeren können vorbeugen
Um keine Blasenentzündung zu bekommen, hilft es tatsächlich auf mütterliche Ratschläge zu hören: Unterleib und Füße warm halten, sich nicht unterkühlen und nasse Badesachen nach dem Schwimmen zügig auszuziehen. "Stabilisierend können außerdem Preiselbeeren als Kapseln oder Saft wirken", sagt Dr. Schultz-Lampel. "Sie säuern den Urin an und lähmen die Flimmerhärchen der Bakterien." Das eine vermiest den Keinem das Milieu, um wachsen und gedeihen zu können. Das andere behindert sie beim Ausbreiten. Ein weiterer Tipp, um die Gefahr einer Blasenentzündung bei Mädchen einzudämmen: Bei der Intimhygiene darauf achten, dass Bakterien nicht aus dem Darm in die Genitalzone verschleppt werden. Daher nach dem Stuhlgang immer von vorn nach hinten wischen.












