Blasenfunktion
Der Blasenfunktion auf der Spur
Mit gezielten Untersuchungen kann der Arzt herausfinden, ob Blase, Schließmuskel und Harnröhre richtig funktionieren.
Zu den urodynamischen Untersuchungen zählen die Harnflussmessung (Uroflowmetrie), die Blasendruckmessung (Zystomanometrie) und die Messung des Urethradruckprofils (Druck in der Harnröhre). Die Uroflowmetrie ist für den Patienten die unkomplizierteste Untersuchung, denn der Arzt braucht dafür keinen Blasenkatheter zu legen.
Uroflowmetrie zeigt Harnröhrenverengung an
Wichtig für die Uroflowmetrie ist allerdings eine gut gefüllte Blase - anderenfalls hat die Untersuchung wenig Aussagekraft. Erst wenn der Patient starken Harndrang verspürt, wird der Arzt ihn also auffordern, in ein spezielles Untersuchungsgerät Wasser zu lassen. Die Apparatur stellt in einer Flusskurve grafisch dar, wie viel Harn bei der Blasenentleerung pro Sekunde durch die Harnröhre fließt. Normalerweise sind das mehr als 15 Milliliter pro Sekunde. Weniger als 10 Milliliter pro Sekunde können ein Hinweis sein, dass die Harnröhre verengt ist - etwa infolge einer Prostatavergrößerung.
Auch die Blasenkapazität lässt sich feststellen
m Anschluss an die Uroflowmetrie misst der Arzt meistens mit einem Ultraschallgerät, wie viel Harn in der Blase verblieben ist (Restharn). Anhand dieser Größe und der Flusskurve kann er nämlich errechnen, wie viel Urin die Blase fassen kann (Blasenkapazität).
Funktioniert der Schließmuskel? Die Zystomanometrie gibt Auskunft
Eine der wichtigsten Untersuchungen bei Harninkontinenz ist die Zystomanometrie. Sie gibt Aufschluss, wie dehnungsfähig die Wand der Harnblase ist, wie viel Harn sie fasst und ob der Schließmuskel funktioniert.
Für dieses Verfahren ist allerdings ein Blasenkatheter notwendig, da der Arzt die Blase systematisch mit lauwarmer Kochsalzlösung füllt. Während dieses Vorgangs misst er immer wieder die Druckwerte in der Blase. Dies geschieht mittels Elektroden, die der Patient vor der Untersuchung zwischen Anus und Genitalbereich mit Pflastern angelegt bekommt. Für die Zystomanometrie ist auch ein Katheter im Enddarm notwendig, denn der Arzt muss auch dieser Region messen, um Druck von außerhalb auf die Harnblase auszuschließen.
Urethradruckprofil klärt über Verschlusskraft der Blase auf
Für die Messung des Urethradruckprofils ist dagegen nur ein Blasenkatheter notwendig. Bei diesem Verfahren misst der Arzt den Verschlussdruck - ebenfalls mittels Elektroden - in Blase und Harnröhre, indem er den Katheter langsam rauszieht. Die Untersuchung zeigt an, wie ausgeprägt die Verschlusskraft der Blase und einzelner Harnröhrenabschnitte ist.
Die urodynamischen Untersuchungen lassen sich kombinieren oder auch ergänzen. So bietet sich an, zusätzlich etwa gezielt die Muskeltätigkeit der Beckenboden- bzw. Schließmuskulatur aufzuzeichnen. Je mehr Messwerte zur Verfügung stehen, desto besser kann der Arzt diagnostizieren und letztlich auch therapieren.











