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Harnblasenkarzinom

Warnzeichen: Blut im Urin

Wenn der Harn rot verfärbt ist, heißt es: zügig zum Arzt. Blutspuren können auf Blasenkrebs deuten. Früh entdeckt, lässt sich ein Tumor aber gut behandeln.

König Harald V geht es wieder gut. Das war nicht immer so. 2003 musste sich der norwegische Monarch wegen Blasenkrebs operieren lassen. Glücklicherweise hatte der Tumor keine Zeit gehabt, sich auszubreiten. Der Krebs wurde im Frühstadium diagnostiziert, nachdem König Harald Blut im Urin entdeckt hatte. Dies ist ein typisches Symptom, aber kein eindeutiges: In den meisten Fällen deutet es auf eine Infektion der Harnwege. Aber auch die muss behandelt werden. Blut im Urin ist immer ein Warnsignal, dessen Ursache ein Arzt abklären muss. Damit nicht lange warten, um keine wertvolle Zeit für die Behandlung zu verlieren! Kommen zum Blut verstärkter Harndrang und starke Schmerzen beim Urinieren hinzu, kann das bereits auf ein fortgeschrittenes Krebsleiden deuten.

Hauptrisiko Rauchen

König Harald erkrankte mit Mitte 60 an Blasenkrebs – in einem typischen Alter für Harnblasenkarzinom. In Deutschland sind Männer im Schnitt 70 Jahre, wenn sie einen Blasentumor entwickeln, Frauen 73 Jahre. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts erkranken Männer zweieinhalb Mal so oft wie Frauen. Mit fast 30.000 Neuerkrankungen jährlich zählt Blasenkrebs zu den häufigen Krebsarten hierzulande; rund 6.000 Patienten sterben jedes Jahr daran. Besonders gefährdet sind Raucher. Nikotin steht auf Platz eins der Liste der Risikofaktoren. US-Studien zufolge erkranken Raucher zwei bis drei Mal so häufig an Harnblasenkrebs wie Nichtraucher.

Aber auch chemische Stoffe, wie aromatische Amine, können einen Blasentumor fördern. Wer in der Gummi-, Chemie- und Lederindustrie arbeitet, gilt als stark bedroht ebenso wie Friseure, Metallarbeiter, Drucker, Maler, Textilarbeiter und Kraftfahrer.

Blasenspiegelung bringt Sicherheit

Je früher ein Blasentumor entdeckt wird, desto leichter lässt er sich bekämpfen. Zur Diagnose dient vor allem eine Blasenspiegelung, bei der der Urologe auch etwas Gewebe für eine genaue Untersuchung entnimmt. Der Eingriff dauert nur wenige Minuten und ist fast schmerzfrei, da der Arzt die Harnröhre betäubt und ein Gleitmittel benutzt. Dann betrachtet er mit einem röhrenförmigen Blasenspiegel (Zystoskop) das Innere der Harnblase und untersucht Harnleiter sowie die Größe und Form der Prostata.

Oberflächliche Geschwülste einfach zu entfernen

Wie ein Blasentumor behandelt wird, hängt davon ab, wie weit der Krebs sich ausgebreitet hat. Ist er nur oberflächlich gewachsen, entfernt der Arzt die Geschwulst mit Instrumenten durch ein Endoskop hindurch. Je nach Tumorstadium werden über eine sogenannte Instillationstherapie krebshemmende Medikamente (Zytostatika) für 1 bis 2 Stunden in die Blase gegeben und/oder eine Blasenspülung mit BCG durchgeführt. BCG ist eine abgewandelte Form des Tuberkuloseimpfstoffs. Er erzeugt in der Blasenschleimhaut eine heftige Immunreaktion. Dadurch bekämpft der Körper auch die Tumorzellen. Diese sogenannte Instillationstherapie soll ein erneutes Auftreten des Tumors verhindern.

Ersatzblase aus dem Darm

Ist der Krebs bereits in tiefere Schichten der Blasenwand vorgedrungen, ist eine Operation nötig. Muss der Chirurg die Blase vollständig entfernen, kann oft aus einem Stück Darm eine Ersatzblase geformt werden, so dass der Patient so gewohnt durch die eigene Harnröhre Wasser lassen kann. Manchmal ist ein künstlicher Urinausgang nötig. Weitere Behandlungsoptionen sind eine Bestrahlung und eine Chemotherapie. Letztere wird meist ergänzend bei weit fortgeschrittenen Blasentumoren eingesetzt.

Früherkennung ernst nehmen

Das beste Mittel im Kampf gegen Blasenkrebs ist die Früherkennung. Entsprechende Programme der gesetzlichen Krankenkassen fehlen allerdings. Daher sollten gerade Menschen mit einem erhöhtem Risiko sorgsam auf körperliche Veränderungen, wie Blut im Urin, achten und beizeiten zum Arzt zu gehen. König Harald überstand seinen Blasentumor so gut, dass er sogar wieder an Segelmeisterschaften teilnehmen konnte - und sie gewann.


Quelle: Nach Informationen des Krebsinformationsdienstes, der Deutschen Krebsgesellschaft, der Krebshilfe und des Robert-Koch-Instituts
Autor: Martina Janning
Stand: Oct 9, 2007


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