Familie
Bettnässen: Auch die Familie kann helfen
Fast alle Kinder schämen sich, wenn sie das Bett genässt haben: Sie fühlen sich klein, dumm und unfähig. Treten ihnen dann noch die Eltern mit Vorwürfen und Strafen entgegen, wird die Situation für sie unerträglich.
Angesichts nasser Bettlaken zu schimpfen, ist also wenig hilfreich: Dies treibt das Kind in die Enge und verschlimmert das Bettnässen meistens nur. Leicht entsteht nämlich ein Teufelskreis, in dem das Bettnässen (Enuresis) durch das verletzte Selbstwertgefühl verstärkt wird. Viel besser ist darum zu überlegen, wie sich das Problem lösen lässt. Oftmals helfen ganz einfache Methoden - und die lohnt es sich, bereits vor einem Arztbesuch auszuprobieren.
Trinkmengen besser verteilen
Nicht selten müssen die Eltern nur die Trinkgewohnheiten umstellen: "Viele Kinder sind den ganzen Nachmittag draußen und vergessen dabei zu trinken. Wenn sie dann abends nach Hause kommen, nehmen sie enorme Flüssikeitsmengen zu sich. Das ist nicht sinnvoll", meint Klaus-Arndt Hueter vom Deutschen Grünen Kreuz (DGK). Empfehlenswert ist hingegen eine Verteilung von etwa: 40% vormittags, 40% nachmittags und 20% abends. Es ist außerdem sinnvoll, das Kind regelmäßig an den Toilettengang zu erinnern (Blasentraining).
Miktionstagebuch motiviert das Kind
Eltern können diese einfache und oft recht erfolgreiche Enuresis-Therapie durch ein Miktionstagebuch ergänzen. Die Wirkung dieser Methode ist zweifach: Das Kind schenkt auf diese Weise seinem Problem mehr Aufmerksamkeit und reagiert im Schlaf eher auf den Weckreiz der Blase. Zudem erhält es durch das Miktionstagebuch das Gefühl, handlungsfähig zu sein - sprich: das Bettnässen beeinflussen zu können.
Am besten markiert der junge Patient im Miktionstagebuch nur die Nächte, in denen das Bett trocken geblieben ist. Das schafft positive Anreize, meint Hueter. Auch eine kleine Belohnung nach erfolgreichen Nächten motiviert.
Klingelhose nur geeignet, wenn das Kind wirklich wach wird
Manche Ärzte schwören auch auf eine Klingelhose, die Alarm schlägt, sobald die ersten Urintropfen abgehen. Die Meinungen über diese drastische Konditionierungsmaßnahme gehen auseinander: Viele Kinder werden von der Klingel gar nicht wach, sagt Hueter. "Nur wenn das Kind richtig wach wird und bewusst zur Toilette geht, ist die Klingelhose sinnvoll." Zudem erfordert eine Therapie mit Klingelhose viel Geduld: Es dauert etwa zwei Monate, bis sich Erfolg einstellt - danach sollte sie noch rund vier Wochen fortgesetzt werden.











