Studienergebnisse
Einnässen bei Kindern schwer behandelbar
Ein Fünftel aller Kinder im Vorschulalter nässt immer noch ein.
Verschiedene Behandlungsmethoden wie Beckenbodentraining oder Medikamente wurden bereits in mehreren Untersuchungen zur kindlichen Inkontinenz getestet. Australische Forscher haben diese Studien analysiert. Das Ergebnis: Keine Methode scheint wirklich effektiv zu sein.
Etwa 20% aller Kinder im Alter zwischen vier und sechs Jahren nässen gelegentlich tagsüber ein - 3% von ihnen zweimal pro Woche oder häufiger. Nur selten steckt eine wirkliche Krankheit dahinter. Meist ist das Einnässen auf funktionelle Entwicklungsstörungen zurückzuführen. Eine Behandlung dieser Störung ist allerdings schwierig, wie australische Kinderärzte durch eine Analyse von 30 verschiedenen Studien ermittelt haben.
Verschiedenste Behandlungsmethoden wurden untersucht
Die Forscher nahmen sich nur Studien vor, in denen die Kinder und Jugendlichen jünger als 18 Jahre waren. Zudem durften Krankheiten nicht die Ursache des Einnässens sein. Die Studien sollten mindestens zwei Behandlungsmethoden getestet haben. So sollte zum Beispiel die Wirkung von Medikamenten mit den Effekten von Blasen- und Beckenbodentraining oder mit den von psychologischen Techniken verglichen worden sein.
Das Ziel der Ärzte der Universität Sydney war es, die Vor- und Nachteile der verschiedenen Behandlungsmethoden bei Einnässen zu erfassen. Sie wollten auf diesem Wege die betroffenen Kinder, ihre Eltern und Ärzte über erfolgreiche und sinnvolle Therapien informieren können. Die Ergebnisse sind allerdings wenig erfreulich: Derzeit scheint es keine effektive und sichere Behandlungsmethode für Tagesinkontinenz zur geben. Die Forscher führen dies aber nicht allein auf die untersuchten Behandlungsstrategien zurück, sondern auch auf die Qualität und Anzahl der gefundenen Studien.
Dennoch bleiben Alternativen
Dennoch sollten sich weder die betroffenen Kinder und Eltern noch die Ärzte dadurch entmutigen lassen. In jedem Fall müsse eine gründliche Untersuchung des Kindes erfolgen und es sollten individuell geeignete Behandlungen begonnen werden, so die Wissenschaftler.











