Ruhig durch die Nacht
Nächtliche Atemnot lässt Kinder einnässen
Atemstörungen sind häufig die Ursachen für das nächtliche Einnässen bei Kindern. Eine einfache kieferorthopädische Vorrichtung kann vielen Kindern helfen: Sind die Atemprobleme behoben, bleibt auch das Bett trocken.
Unter Bettnässen leiden viele Kinder: Im Alter von fünf Jahren sind 15 % der Jungen und 10% der Mädchen betroffen. Bei den Siebenjährigen können fast 10% nachts ihre Blase nicht kontrollieren. Und auch 5% der Zehnjährigen sowie 1% der 20jährigen nässen nachts ein.
Eine Klammer schafft Platz im Mundraum
Der Zusammenhang zwischen nächtlichen Atemproblemen und Bettnässen beschäftigt die Forscher schon länger. In verschiedenen Studien konnte das Problem des Einnässens häufig durch eine Mandeloperation oder das Tragen einer entsprechenden Spange beseitigt werden. Australische Wissenschaftler berichten, dass acht von zehn Kindern, die wegen Bettnässen in die Klinik kommen, einen zu engen Gaumen haben. Dieser Gaumen ist offenbar in den meisten Fällen die Ursache für die nächtlichen Atemprobleme. Durch den Platzmangel wird die Zunge im Schlaf zurückgedrängt und behindert so die Atmung. Bereits eine einfache kieferorthopädische Vorrichtung ähnlich einer Zahnspange kann den Gaumen weiten und die Atemprobleme beseitigen. Bei sieben von zehn Bettnässern, die auf keine herkömmlichen Therapien ansprachen, verbesserten sich die Symptome innerhalb eines Monats, wie schwedische Forscher in einer Studie belegten. Vier Kinder wurden völlig vom Bettnässen befreit. In einer britischen Studie zeigte die Klammer einen noch größeren Erfolg: Alle Kinder konnten so von ihren Beschwerden befreit werden.
Hormone könnten der Grund für das nächtliche Einnässen sein
Der Grund, warum Kinder mit nächtlichen Atembeschwerden bettnässen, ist bisher nicht bekannt. Möglicherweise sinkt durch die Atemprobleme der Sauerstoffgehalt im Blut so stark, dass vermehrt bestimmte Hormone wie das Anti-Diuretische Hormon (ADH) gebildet werden, die an der Urinproduktion beteiligt sind. Denkbar ist aber auch, dass die Atemstörung einen Druck im Bauch erzeugt, welcher den Urinabgang stimuliert.











