Kontinenz-Zentren
Kontinenz-Zentrum Maria Hilf in Mönchengladbach
Bislang mussten Mönchengladbacher weite Wege zum nächsten Kontinenz-Zentrum zurücklegen. Seit 1. Februar 2006 finden Menschen mit Harn- und Stuhlverlust kompetente Hilfe im Krankenhaus Maria Hilf in einer von der Deutschen Kontinenzgesellschaft zertifizierten Anlaufstelle.
Barrierefrei und mit Kinderspielecke
Im Erdgeschoss der Klinik am Standort St. Franziskus entstand ein eigenes ambulantes Zentrum für Inkontinenz-Patienten. "Es ist barrierefrei eingerichtet und bietet sogar eine Kinderspielecke", berichtet Dr. Albert Kaufmann, Chefarzt der neuen Einrichtung. Umsichtig gedacht schließlich werden hier Menschen jeden Alters behandelt. "Inkontinenz betrifft nicht nur Ältere. Es kommen erstaunlich viele Kinder zu uns, 4050 Prozent wegen Bettnässen." Während Männer eher an Dranginkontinenz litten, mache Frauen meist Belastungsinkontinenz zu schaffen. Schon Frauen ab 45 seien betroffen, berichtet der Urologe.
Als Ursachen nennt er einen durch viele Schwangerschaften geschwächten Beckenboden, mangelnde Rückbildungsgymnastik nach einer Geburt und Hormonmangel in den Wechseljahren. Der Schwerpunkt der Einrichtung am Maria-Hilf-Krankenhaus sind jedoch Inkontinenzprobleme mit neurologischem Hintergrund. "Viele Blasenfunktionsstörungen entstehen aus neurologischen Grunderkrankungen", erläutert Kaufmann. Beispiele dafür sind Schlaganfall, Multiple Sklerose und Morbus Parkinson. Dennoch sind Fachabteilungen für Neuro-Urologie in Deutschland bislang Ausnahmen.
Interdisziplinäres Ärzteteamwork
Im Kontinenz-Zentrum Mönchengladbach arbeiten Urologen, Gynäkologen, Neurologen, Psychologen und Chirurgen zusammen. Bei Bedarf könne die Abteilung "die geballte Kraft der Klinik hinzu bitten", sagt Kaufmann. Eigene Betten im Krankenhaus ermöglichen zudem eine stationäre Behandlung durch die Spezialisten des Zentrums. Eine Reha-Klinik ist angegliedert. Um sich im Kontinenz-Zentrum behandeln zu lassen, müssen Patienten von einem niedergelassenen Arzt überwiesen werden. Dann findet zunächst eine ausführliche urologische Basisdiagnose statt. Die kann 2-3 Termine umfassen; bei Patienten von auswärts wird die Diagnostik auf Wunsch kompakt geplant. Dann folgen notwendige Behandlungsschritte. Dazu verfügt die Einrichtung über alle modernen Möglichkeiten.
Inkontinenz aus der Tabuzone holen
Inkontinenz kann das Lebens stark beeinträchtigen. "Zu uns kommen wirklich Patienten, die sagen: Ich traue mich nicht mehr aus der Wohnung", berichtet Kaufmann. Dass Blasenschwäche noch immer als Tabu behandelt wird, ärgert den Facharzt. Darüber sollte so selbstverständlich gesprochen werden, wie dies z.B. über Erektionsstörungen inzwischen geschieht. "Menschen müssen nicht mit Inkontinenz leben man kann etwas dagegen tun", betont Kaufmann. Um moderne Therapiemethoden publik zu machen, veranstaltet das Kontinenz-Zentrum Fortbildungen für niedergelassene Ärzte. Die Bevölkerung soll mit Aktionen wie "Tag der Kontinenz" aufmerksam gemacht und informiert werden. Überdies plant das Kontinenz-Zentrum Gesprächskreise zum Thema und bemüht sich, eine Selbsthilfegruppe aufbauen.
Kontaktdaten:
Koordination: Dr. med. Albert Kaufmann
Ansprechpartner:
Neuro-Urologie: Dr. med. Albert Kaufmann, Chefarzt des Kontinenz-Zentrums, Tel.: (02161) 892-2850, E-Mail albert.kaufmann@mariahilf.de
Urologie: Dr. med. Ingo Bonn, Oberarzt, Tel.: (02161) 892-2851, E-Mail ingo.bonn@mariahilf.de
Kindersprechstunde (Enuresis/Bettnässer): Dr. med. Antje Foresti, Oberärztin, Tel.: (02161) 892-2851, E-Mail antje.foresti@mariahilf.de
Neurologie: Prof. Dr. med. Jean Haan, Chefarzt, Tel.: (02161) 892-0, E-Mail jean.haan@mariahilf.de
Stuhlinkontinenz: Prof. Dr. med U. Kania, Chefarzt, Tel.: (02161) 358-1301, E-Mail chirurgie@mariahilf.de
Sprechstunden des Zentrums für Kontinenz und Neuro-Urologie:
Montag: 8.00 bis 13.00 Uhr und 14.00 bis 17.00 Uhr
Dienstag: 8.00 bis 13.00 Uhr und 14.00 bis 15.30 Uhr
Mittwoch: 8.00 bis 13.00 Uhr
Donnerstag: 8.00 bis 13.00 Uhr und 14.00 bis 17.00 Uhr
Freitag: 8.00 bis 13.00 Uhr
Telefonische Terminvereinbarung unter (02161) 892-2851
Adresse: Krankenhaus Maria Hilf, Standort St. Franziskus, Viersener Strasse 450, 41063 Mönchengladbach, Tel.: (02161) 892-0
Internet: Kliniken Maria Hilf











