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Kontinenz-Zentren

Kontinenz-Zentrum AKA Hamburg

Menschen mit Inkontinenz müssen in den Arztpraxen abgeholt werden, so die Überzeugung am Kontinenz-Zentrum AKA Hamburg. Über Jahre hat die Einrichtung deshalb ein Netzwerk mit niedergelassenen Fachärzten aufgebaut. Im November 2004 erhielt dieses Kooperationsmodell das Prädikat als offizielles Kontinenz-Zentrum der Deutschen Kontinenzgesellschaft.

"Wir wollen inkontinente Patienten dort abholen, wo sie sind. Nämlich beim Arzt", erläutert Priv.-Doz. Dr. Sven Hundertmark das Konzept des Kontinenz-Zentrums am Allgemeinen Krankenhaus Altona (AKA) in Hamburg. Die Einrichtung setzt deshalb vor allem auf den Ausbau ihres ärztlichen Netzwerkes. Schon seit rund zehn Jahren arbeitet die Klinik mit Niedergelassenen zusammen. "So ist ein Betreuungszirkel entstanden, an dem etwa 20 Fachärzte intensiv und weitere 100 locker teilnehmen", sagt Koordinator Hundertmark. Das AKA informiert die Kollegen in den Praxen und gibt Hilfestellung bei Diagnose und Therapie von Inkontinenz. Hundertmark: "Durch dieses Kooperationszentrum wollen wir eine Breitenwirkung erzielen, die wir mit unserer Klinik-Sprechstunde nicht erreichen könnten." Die Deutsche Kontinenzgesellschaft hat das AKA Kontinenz-Zentrum im November 2004 zertifiziert und damit als empfehlenswert herausgestellt.

Beckenbodentraining durch Biofeedback

Neben Arztpraxen sind im AKA Kontinenz-Zentrum vor allem drei Klinik-Abteilungen involviert: die Gynäkologie, die Urologie und die Gastroenterologie. In der Sprechstunde beraten die Ärzte zu Harnverlust, Blasenbeschwerden, Senkungsproblemen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Das Angebot des Kontinenz-Zentrums beinhaltet alle gängigen Therapien; operativ versorgt die Einrichtung schwierige Patienten aus dem ganzen norddeutschen Raum. Ein besonderer Schwerpunkt ist die Beckenbodentherapie mittels Biofeedback. Bei dieser Methode messen Geräte die Muskelkraft des Beckenbodens und verdeutlichen sie optisch, manchmal auch akustisch. "So wird das Training des Beckenbodens subjektiv erlebbar", weiß Hundertmark. Bei Frauen verursachen häufig Schwangerschaft und Geburt eine Schwächung des Muskelgeflechts im Unterleib. Um dies und eine spätere Blasenschwäche zu verhindern, bietet das Kontinenz-Zentrum Präventionskurse für werdende Mütter und Entbundene: Beckenbodentraining während der Schwangerschaft soll Schäden verhindern, ein Rückbildungskurs nach der Geburt den Beckenboden wieder straffen.

Gegen die Sprachlosigkeit von Patienten und Ärzten

Für den "Hauptmotor zur Enttabuisierung" von Blasenschwäche hält Hundertmark die Aufklärung von niedergelassenen Ärzten. Bei einer Umfrage des Kontinenz-Zentrums in 40 gynäkologischen Praxen in Hamburg schätzten die Mediziner, dass 5-7% ihrer Patientinnen urogynäkologische Probleme wie Inkontinenz oder eine Senkung haben. Eine Befragung von rund 860 Patientinnen ergab hingegen, dass über die Hälfte von derlei Erkrankungen betroffen ist. Doch weder Arzt noch Patientin sprachen darüber. Diese "doppelte Sprachlosigkeit" will das Kontinenz-Zentrum bekämpfen. Fortbildungen für Mediziner sollen dazu ebenso beitragen wie Plakate und Informationsfaltblätter in den Praxen. Ideal wäre, wenn Sprechstundenhilfen Patientinnen bei der Ankunft automatisch nach Inkontinenz fragen würden, meint Hundertmark.

Kontaktdaten

Koordinator: Privatdozent Dr. Sven Hundertmark
Ansprechpartner:
Priv.-Doz. Dr. Sven Hundertmark, Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe, Perinatalzentrum, Allgemeines Krankenhaus Altona
E-Mail: sven.hundertmark@ak-altona.lbk-hh.de

Prof. Dr. Dietrich Gonnermann, Leitender Arzt der Urologischen Abteilung, Allgemeines Krankenhaus Altona
E-Mail: dietrich.gonnermann@ak-altona.lbk-hh.de

Prof. Dr. Friedrich Hagenmüller, Leitender Arzt der Abteilung Gastroenterologie, Allgemeines Krankenhaus Altona
E-Mail: friedrich.hagenmüller@ak-altona.lbk-hh.de

Sprechstunden des Kontinenz-Zentrums: Di und Do: 8-16 Uhr im Ambulanzzentrum des Allgemeinen Krankenhauses Altona
Telefon-Hotline zur Terminvereinbarung: Mo-Fr von 8-16 Uhr unter Tel. (040) 181881-4242
Adresse: Allgemeines Krankenhaus Altona (AKA), Paul-Ehrlich-Straße 1, 22763 Hamburg
Internet:



http://www.ak-altona.lbk-hh.de (mj)


Autor: Springer Medizin
Stand: Jul 21, 2005


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