Naturheilkunde
Heilpflanzen für Blase und Harnwege
Wenn es beim Wasserlassen nicht läuft oder die Blase brennt, legen viele Menschen selbst Hand an - und brühen sich einen Tee auf. Andere knabbern Früchte. Ein kleiner Wegweiser durch Blätterwald und Arzneigarten.
Blasen- und Nierentees:
Wer glaubt, sich eine Blasenentzündung eingefangen zu haben, greift oft erst einmal zu einem Tee. Das macht durchaus Sinn. Handelsübliche Blasen- und Nierentees enthalten Pflanzenteile wie Birkenblätter, Schachtelhalmkraut, Orthosiphonblätter oder Hauhechelwurzel, die allesamt die Nieren anregen, viel Harn zu produzieren. Dadurch soll ein Spüleffekt entstehen und die Krankheitskeime aus dem Körper geschleust werden. Hartnäckige Blasenentzündungen lassen sich jedoch nicht mit Blasen- und Nierentees bekämpfen. Bessern sich die Beschwerden nach zwei Tage nicht, ist ein Arztbesuch nötig. Denn wenn die Keime sich ausbreiten, besteht die Gefahr, dass sich das Nierenbecken entzündet.
Bärentraubenblätter:
Ein bewährtes Mittel gegen Blasenentzündung ist ein Tee aus Bärentraubenblättern. Er desinfiziert und bekämpft Bakterien. Wichtig ist die richtige Zubereitung: Wenn die Blätter mit heißem Wasser aufgebrüht werden, enthält der Tee viel Gerbsäure, die bei Menschen mit einem empfindlichen Magen Übelkeit und Erbrechen auslösen kann. Das lässt sich verhindern, indem die Blätter in kaltem Wasser angesetzt werden. Dazu werden drei Gramm Bärentraubenblätter pro 150 Milliliter Wasser verwendet. Die Flüssigkeit rührt man gelegentlich um, erhitzt dann kurz und gießt durch ein Sieb ab. Bei Blasenentzündung empfehlen Ärzte von diesem Tee bis zu vier Tassen täglich einzunehmen. Es ist gut, zusätzlich harntreibende Tees zu trinken, um Keime aus dem Körper zu spülen. Ohne ärztlichen Rat sollte Bärentraubenblättertee nicht länger als eine Woche angewendet werden. Verbessert sich eine Blasenentzündung nach zwei Tagen nicht, ist ein Arztbesuch ratsam.
Cranberries und Preiselbeeren:
Wer immer wieder mit Blaseninfektionen zu tun hat, sollte Preiselbeeren oder Cranberries ausprobieren. Sie können eine Erkrankung verhindern, indem sie das Andocken der Bakterien an die Blasenwand unterbinden und so einer Entzündung entgegenwirken. Studien zufolge erkranken Frauen, die regelmäßig vorbeugend Cranberries oder Preiselbeeren essen, bis zu 40% seltener an Blasenentzündungen. Cranberries sind größer als Preiselbeeren und im Geschmack etwas milder. Sie lassen sich daher auch gut roh essen.
Goldrute:
Bei einer Reizblase kann Goldrute Linderung schaffen. Das Kraut mildert plötzlichen Harndrang ebenso wie Probleme beim Wasserlassen und krampfartige Unterbauchschmerzen. Die Ursachen für eine Reizblase können vielfältig sein und oft spielen mehrere Gründe zusammen. Dem kommt die Vielseitigkeit der Goldrute entgegen. Die Pflanze wirkt harntreibend und spült so Bakterien und kleine Harnsteine aus dem Körper. Sie löst Krämpfe und entspannt die Blasenmuskulatur. Das mildert den Entleerungsreiz. Außerdem hemmt Goldrute Entzündungen und wirkt antibakteriell. Goldrute hilft auch bei entzündlichen Nieren- und Harnwegserkrankungen und ist oft ein Bestandteil von Blasen- und Nierentees. Wer die Pflanze als Tee genießen will, sollte zwei Gramm feingeschnittenes Goldrutenkraut mit einer Tasse heißem Wasser aufgießen, zehn Minuten ziehen lassen und dann abgießen. Ärzte empfehlen mehrmals täglich eine Tasse zwischen den Mahlzeiten zu trinken. Alternativ gibt es Fertigarzneimittel mit Goldrute. Dauern die Beschwerden trotz Selbstbehandlung länger als eine Woche unverändert an, ist ein Arztbesuch angezeigt.
Arzneikürbis:
Arzneikürbis wird zur Linderung von Beschwerden bei einer gutartigen Vergrößerung der Prostata eingesetzt. Er kann den häufigen Harndrabg mindern und die Gefahr einer Infektion verringern. Die Kerne und das Öl des Gewächses enthalten mehrfach ungesättigte Fettsäuren, Mineralstoffe wie Kalium, Beta-Carotin, Vitamin E und pflanzliche Hormone. Besonders wirksam sind die Kerne. Davon sollten Sie morgens und abends ein bis zwei gehäufte Esslöffel mit etwas Flüssigkeit essen. Sie können auch ein Fertigarzneimittel einnehmen. Wie bei allen pflanzlichen Heilmitteln dauert es meist einige Zeit, bis eine spürbare Wirkung eintritt. Wichtig: Die Vergrößerung der Prostata kann Arzneikürbis nicht beseitigen. Regelmäßige Kontrollen beim Urologen bleiben daher notwendig.











