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Untersuchungen beim Arzt

Keine Angst vor dem Urologen

Restharnbestimmung, Urodynamik, Harnstrahlmessung - so heißen Methoden, mit denen Ärzte Harninkontinenz diagnostizieren. Die Namen der Untersuchungen klingen befremdlich, doch Grund zum Fürchten besteht nicht.

Viele Menschen tun sich schwer, wegen ihrer Blasenschwäche einen Urologen aufzusuchen. Zum einen schämen sie sich, ihre intimsten Körperzonen herzeigen zu müssen. Zum anderen befürchten sie, dass die Untersuchungen unangenehm oder sogar schmerzhaft sind. Doch diese Sorge ist unbegründet. Die Diagnose einer Harninkontinenz verursacht in der Regel keine Schmerzen. Deshalb sollten Sie sich ein Herz fassen und Ihre Scham überwinden. Lassen Sie einen Arzt die genaue Ursache Ihrer Inkontinenz ermitteln. So kann er die Therapie darauf abstimmen und Ihre Beschwerden bessern.

Reden, tasten, protokollieren

Was Sie in der Arztpraxis erwartet? Nun, zunächst wird der Urologe erst einmal mit Ihnen sprechen. Er lässt sich Ihre Beschwerden ausführlich schildern und fragt nach anderen Erkrankungen. Danach untersucht der Doktor Ihren Körper. Er wird sich Ihren Unterleib genau ansehen und abtasten. Um auszuschließen, dass eine Entzündung schuld ist an dem unfreiwilligen Harnabgang müssen Sie sicher eine Urinprobe abgeben, die dann in einem Labor analysiert wird. Vermutlich bittet Sie der Urologe einen Inkontinenz-Fragebogen auszufüllen und über 2 bis 3 Tage ein Miktionsprotokoll zu führen, in dem Sie Ihre Trinkgewohnheiten, Toilettengänge und Ihre Beschwerden notieren.

So macht sich der Urologe ein genaues Bild

Um die Ursache Ihrer Blasenprobleme zu finden, kann der Arzt eine Reihe von Untersuchungen durchführen. Welche er wählt, hängt vom Einzelfall ab. Damit Sie wissen, was sich hinter den Diagnoseverfahren verbirgt, haben wir die gebräuchlichsten Methoden zusammengestellt:

Ultraschall (Sonografie)

Die Untersuchung ist gut geeignet, um krankhaften Veränderungen z.B. an den Nieren, am Harnleiter, an der Harnblase oder den Hoden auf die Spur zu kommen. Bei einer Sonografie setzt der Arzt einen Ultraschallkopf dort auf die Haut, wo sich das Organ befindet, das er untersuchen will. Zuvor bestreicht er den Ultraschallkopf mit einem Kontaktgel, um die Bildübertragung zu verbessern. Das Ultraschallgerät macht Fotos von den betreffenden Stellen im Körperinneren und druckt sie aus.

Restharnbestimmung

Mit ihr kann der Mediziner die Menge Harn feststellen, die nach dem Wasserlassen in der Blase verbleibt. Normalerweise entleert sich die Blase beim Urinieren fast vollständig. Restharn ist ein Zeichen für eine Entleerungsstörung der Blase. Die Restharnbestimmung erfolgt meistens per Ultraschall unmittelbar nach dem Wasserlassen.

Harnstrahlmessung (Uroflowmetrie, Harnflussmessung)

Mit dieser Untersuchung wird der Harnfluss gemessen während der Patient seine Blase entleert. Dazu uriniert er in einen Trichter am Messgerät. Ein Sensor an der Spitze des Trichters misst die Harnmenge pro Zeiteinheit. Die ermittelten Werte ergeben eine sogenannte Harnflusskurve, aus der der Facharzt Rückschlüsse auf Erkrankungen ziehen kann.

Urodynamik

Das ist ein Sammelbegriff für verschiedene weiterführende Diagnoseverfahren, zu denen z.B. die Blasendruckmessung und das Harnröhrendruckprofil gehören.

Blasendruckmessung (Zystometrie, Zystomanometrie)

Damit stellt der Urologe den Druck in der Blase fest. Er füllt dazu über einen Katheter Flüssigkeit in die Blase. Dann wird der Patient gebeten, zu husten. Dabei kann der Urologe erkennen, ob die Blase richtig schließt, bei welchem Druck der Verschluss des Organs gegebenenfalls versagt oder ob unwillkürliche Blasenmuskelkontraktionen auftreten. Eine Blasendruckmessung zeigt auch wie viel Harn die Blase aufnehmen kann.

Harnröhrendruckprofil (Urethradruckprofil, Sphinkterometrie)

Damit lässt sich feststellen, ob die Muskulatur der Harnröhre ausreichend Druck erzeugt, um die Harnröhre richtig zu verschliessen. Die Untersuchung erfolgt mit einem dünnen Spezialschlauch (Katheter), den der Doktor in die Harnröhre schiebt. Der Katheter enthält zwei Sensoren, die beim langsamen Herausziehen an verschiedenen Stellen der Harnröhre den Druck messen.

Blasenspiegelung (Zystoskopie)

Dabei führt der Arzt ein dünnes, schlauch- oder röhrenförmiges Instrument (Zystoskop) in die Harnröhre ein. Er benutzt hierbei ein Gleitgel, das den Patienten örtlich betäubt. Eine Blasenspiegelung kann zeigen, ob die Innenwand der Blase krankhaft verändert ist, weil der Patient z.B. an einer Entzündung, an Blutungen oder Blasensteinen leidet.

Elektromyografie des Beckenbodens

Die Methode misst die Aktivität der Beckenbodenmuskulatur und des Blasenschließmuskels. Dazu werden spezielle Elektroden verwendet, die meist auf den Körper aufgeklebt werden. Eine Elektromyografie gibt auch Aufschluss darüber, wie gut der Patient die Muskeln im Beckenboden kontrollieren kann.

Röntgen

Eine Röntgenaufnahme kann den Weg des Urins von den Nieren bis zur Blase zeigen und Behinderungen aufdecken. Für die Untersuchung muss der Arzt dem Patienten ein Kontrastmittel spritzen.

Videourodynamik

Hierbei werden während der Urodynamik zusätzlich Röntgenaufnahmen der Blase gemacht, um die Füllung und Entleerung der Blase sichtbar zu machen.


Quelle: Mit Informationen der Deutschen Kontinenz-Gesellschaft, Deutschen Gesellschaft für Geriatrie, Leitlinie zur Harninkontinenz, Urologielehrbuch
Autor: Martina Janning
Stand: May 26, 2009


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