Wenn das Bett nachts nass wird

Langes Einnässen meist organisch bedingt

Nach Allergien ist Bettnässen die zweithäufigste Gesundheitsstörung bei Kindern

Bettnässen bei Kindern: Langes Einnässen meist organisch bedingt
Bettnässen ist bis zu einem Alter von fünf Jahren vollkommen normal.

Wenn ein Kind spät trocken wird, bedrückt das nicht nur sein Gemüt. Die ganze Familie leidet darunter. Aus Expertensicht gilt Bettnässen bis zum fünften Lebensjahr jedoch als normal.

Verspätetes Trockenwerden ist keine Ausnahme

In Deutschland geht mehr als 600.000 Kindern im Alter von über fünf Jahren mal was in die Hose. Nach Allergien ist Einnässen die zweithäufigste Gesundheitsstörung bei Kindern. Zehn Prozent der Siebenjährigen machen nachts ins Bett. Zwei bis drei Prozent der Siebenjährigen nässen tagsüber ein. Mädchen betrifft das nur halb so häufig wie Jungen.

„Eltern hoffen immer, dass Einnässen mit der Zeit, spätestens bis zur Pubertät verschwindet. Tatsächlich werden ab dem fünften Lebensjahr nur 15 Prozent der betroffenen Kinder spontan im Laufe eines Jahres trocken. Zwei bis drei Prozent  bleiben bis ins Erwachsenenalter Bettnässer", erklärt Professorin Daniela Schultz-Lampel.

Ursachen für nächtliches Einnässen

Nächtliches Einnässen (Enuresis) kann eine Reihe von organischen Ursachen haben. „Die Hauptursache liegt in der Reifeverzögerung verschiedener Körpersysteme. Diese steuern die Ausreifung und Kontrolle der Blase", berichtet die Leiterin des Kontinenz-Zentrums Villingen-Schwenningen. Es könne sein, dass die Blase noch nicht richtig gehemmt wird, weil das Gehirn diese Aufgabe erst unzureichend übernimmt. Oder die Blase reagiert überaktiv, weil sie noch keine ausreichende Kapazität speichern kann.

Bettnässer sind oft Kinder von Bettnässern

Eine weitere Ursache: Bei vielen Kindern stellt die Hirnanhangdrüse noch nicht ausreichend Antidiuretisches Hormon (ADH) her. Diese Substanz beeinflusst die Urinproduktion. Nachts gibt der Körper mehr ADH ab, woraufhin die Nieren weniger Urin bilden. Dadurch lässt der Harndrang nach. Funktioniert dieser Rhythmus noch nicht, wird nachts genauso viel Urin gebildet wie tagsüber.

Der Körper produziert zu viel für eine kindliche Blase und sie entleert sich. Entwicklungsstörungen vererben sich oft, weiß die Urologin. „Wenn ein Elternteil oder andere Verwandte eingenässt haben, tritt dies bei den Kindern in vielen Fällen ebenfalls auf."

Der Blasen-Weckruf des Körpers

Ein weiterer Grund für nasse Nächte: Viele Kinder schlafen so fest, dass sie den Weckreiz "Blase voll" ihres Körpers nicht wahrnehmen. Das Ignorieren des Weckrufs kann ebenfalls durch eine Entwicklungsstörung bedingt sein, wenn Blase und Hirn noch nicht hinreichend verschaltet sind. „Oft kommen die drei genannten Punkte - Reifeverzögerung, niedriger ADH-Spiegel, ignorierter Weckreiz - gemeinsam vor, sagt Schultz-Lampel.

Spätes Trinken fördert Bettnässen

Einfache Dinge wie beispielsweise falsches Trinkverhalten können fürs Bettnässen verantwortlich sein. „Da sich die Tagesaktivitäten nach hinten verlagert haben, trinken viele Kinder heutzutage erst am späten Nachmittag und Abend sehr viel. 200 und mehr Milliliter nach 18 Uhr können dazu führen, dass nachts zu viel Urin gebildet wird", berichtet Schultz-Lampel. Psychische Ursachen für Enuresis kommen eher selten vor. Sie kämen erst ins Spiel, wenn ein Kind längere Zeit trocken war und erneut beginnt einzunässen.

Bei Kindern, die sich am Tag nass machen, können neben einer kleinen Blasenkapazität auch andere urologische und neurologische Krankheiten sowie Stoffwechselerkrankungen dahinter stecken. Diese muss ein Arzt abklären. Bei jüngeren Kindern fruchten Therapien nicht. Insbesondere wenn dem Körper noch die Reife fehlt, um kontrolliert Wasser zu lassen.

Sieben sanfte Hilfen für eine starke Blase
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    Bärentraubenblätter

    Die ledrigen Blätter der Heilpflanze Bärentraube enthalten einen hochwirksamen Stoff: Arbutin. Diese natürliche Substanz bekämpft Bakterien und wird deshalb häufig als pflanzliches Antibiotikum bezeichnet. Als Tee, aber auch in Form von Tabletten und Dragees mit dem hochdosierten Arbutin, sind Bärentraubenblätter eine effektive Hilfe bei Entzündungen der Blase. Besonders gut wirken Bärentraubenblätter, wenn Sie wenig Süßes und Eiweiß gegessen haben. Denn die Wirkung der Heilpflanze entfaltet sich am besten in alkalischem Urin. Süßes und Eiweiß machen den Urin jedoch sauer und Zubereitungen aus der Bärentraube wirken dann nicht so effektiv.

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    Goldrute

    Bei Reizblase, Blasenentzündung und zur Durchspülung der Darmwege hat sich Goldrute seit Jahrhunderten bewährt. Wissenschaftliche Studien bestätigen, dass die Gerbstoffe, Flavonoide, Saponine und ätherischen Öle der Goldrute – vor allem des Krauts – hochpotente Substanzen sind. Sie lösen Krämpfe, bremsen Entzündungen, lindern Schmerzen, regen die Urinbildung an und aktivieren die Abwehrkräfte an. Goldrute gibt es als Tee, aber auch in konzentrierter Form als Tabletten.

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    Schachtelhalm

    Die Heilpflanze Schachtelhalm ist auch unter der Bezeichnung Zinnkraut bekannt. Die Sprossen seiner Grashalme enthalten Flavonoide, die auf sanfte Weise die Urinbildung anregen. Die Harnwege werden dadurch gut durchspült, Bakterien werden rasch aus dem Körper befördert und haben kaum eine Chance, sich in der Blase anzusiedeln und zu vermehren.

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    Birkenblätter

    Vor allem die Blätter der Moor- und der Hängebirke enthalten Biosubstanzen, die die Nierenaktivität anregen. Die gesteigerte Urinproduktion führt dazu, dass die Harnwege und die Blase gut durchspült werden und Bakterien sich nicht mehr vermehren können. Birkenblätter gibt es als Teezubereitung und kombiniert mit anderen blasenwirksamen Pflanzenstoffen – etwa Goldrute und Schachtelhalm – als Medikament.

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    Kapuzinerkresse

    Sowohl die Blätter als auch die Blüten der Kapuzinerkresse enthalten Senfölglykoside und Vitamin C. Die Glykoside wirken wie ein natürliches Antibiotikum, bekämpfen Bakterien in den ableitenden Harnwegen. Die Inhaltsstoffe der Kapuzinerkresse wirken jedoch nicht nur in Niere, Blase und Harnwegen, sondern auch in den Bronchien – sind also ebenfalls sinnvoll bei Erkältungen und Husten. Kapuzinerkresse-Zubereitungen gibt es meist in Kombination mit anderen pflanzlichen Wirkstoffen.

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    Cranberries

    Die amerikanische Moosbeere (Cranberry) enthält eine große Menge von Antioxidanzien, darunter vor allem Proanthocyanidine. Das sind sekundäre Pflanzenstoffe, die zellschützende Eigenschaften haben. Studien haben gezeigt, dass Cranberrysaft die Blasenschleimhaut gegen Bakterien stark machten kann. Allerdings muss der Saft dazu über einen längeren Zeitraum getrunken werden. Ebenso wirksam könnte jedoch Preisel- oder Heidelbeersaft sein.

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    Kürbis

    Nicht nur das Kürbisfleisch ist gesund. Es liefert jede Menge Mineralstoffe wie Kalzium, Magnesium, Kalium sowie die Vitamine A, C und E. Die Kerne vom Kürbis enthalten ein hochpotentes Öl mit dem Hauptwirkstoff Phytosterol. Er lindert Prostatabeschwerden, kann das Prostatawachstum sogar bremsen und stärkt die Blase. Sie können geröstete Kürbiskerne knabbern, aber auch Dragees, Tabletten oder Granulat mit hochdosierten Kürbiskernextrakt einnehmen.

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Autor: Martina Janning
Letzte Aktualisierung: 06. Juni 2013
Quellen: Nach Informationen eines BSMO-Gesprächs mit Prof. Dr. Daniela Schultz-Lampel

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