Kontinenz-Zentrum am Klinikum Kassel
Kontinenz-Zentren
"Frauen im Focus" lautet die Devise in der Documenta-Stadt, wenn es um Inkontinenz geht. Das macht Sinn. Schließlich sind sie öfter von unfreiwilligem Harnabgang betroffen als Männer. Aber auch denen steht das Kontinenz-Zentrum am Klinikum Kassel mit Rat und Therapie zur Seite. Neben der gynäkologischen und der urologischen Abteilung ist die Klinik für Chirurgie involviert.
Erstes Kontinenz-Zentrum der Deutschen Gesellschaft für Kontinenz
Eine Anlaufstelle für Menschen mit Blasenschwäche und Stuhlabgang? Das war im Jahr 2000 ein ungewöhnliches Vorhaben. Das Klinikum Kassel setzte es um und wurde das erste Kontinenz-Zentrum der Deutschen Gesellschaft für Kontinenz. Seither werden hier überwiesene Patienten beraten und an die entsprechenden Fachabteilung weitergeleitet. Die notwendige Koordination leistet die Frauenklinik des Hauses. In ihren Händen liegt die zentrale Anmeldung und Terminvereinbarung für das Kontinenz-Zentrum. Denn: "Den Löwenanteil unserer Inkontinenz-Patienten bilden Frauen", berichtet Prof. Thomas Dimpfl, Direktor der Frauenklinik. "Sie machen etwa 90% aus." Männer werden an die Klinik für Urologie vermittelt. Die arbeitet im Kontinenz-Zentrum ebenso mit wie die chirurgische Abteilung.
Inkontinenz hat oft mehrere Ursachen
Eine urogynäkologische Sprechstunde richtet sich vor allem an Frauen mit Harninkontinenz und Gebärmuttersenkung. Die macht sich z.B. durch das Gefühl bemerkbar, dass etwas aus der Scheide fällt. Aber auch diffuse Rückenschmerzen und unfreiwilliger Urinverlust gehören zu den Symptomen. Dafür verantwortlich sind Schwangerschaften und Geburten oder ein von Natur aus nachgiebiges Bindegewebe. Oft treten Beschwerden erst in den Wechseljahren auf, wenn sich der Hormonspiegel ändert. Der weiblichen Körper produziert dann weniger Östrogen, was den Beckenboden unelastischer macht. Bei Inkontinenz überlagern sich häufig verschiedene Gründe - dem trägt das interdisziplinäre Ausrichtung des Kontinenz-Zentrum Rechnung. Durch eine Reihe von Untersuchungen klären die Mitarbeiter der Einrichtung Art und Ursachen der Beschwerden und leiten eine geeignete Behandlung ein.
TVT-Band - eine schonende OP gegen Belastungsinkontinenz
Eine Operation ist stets das letzte Mittel bei Inkontinenz. Zunächst versucht das Kontinenz-Zentrum alle anderen Therapiemöglichkeiten auszuschöpfen. Dazu gehören lokale Östrogengaben bei altersbedingter Beckenbodenschwäche sowie Beckenbodengymnastik mithilfe von Biofeedback oder Elektrostimulation (Pelvic floor Reeducation). Liegt eine Senkung der Gebärmutter oder Scheide vor, können zunächst Pessare eingesetzt werden. Versagt diese Methode ist eventuell eine Entfernung der Gebärmutter und anschließende Rekonstruktion des Beckenbodens sinnvoll. Bei Belastungsinkontinenz, die sich durch Harnabgang z.B. beim Husten oder schwerem Heben äußert, besteht im Klinikum Kassel die Möglichkeit, ein TVT-Band (Tension free Vaginal Tape) einzulegen. Dabei wird unter lokaler Betäubung ein Kunststoffband mit einer speziellen Nadel durch Scheide und Bauchwand geführt. Über solche neuen, schonenden Behandlungsoptionen und Fragen rund um Inkontinenz können sich Interessierte auf regelmäßig stattfindenden Patienteninformationstagen schlau machen. Außerdem organisiert das Kontinenz-Zentrum Vorträge und bildet niedergelassene Ärzte fort.
Kontaktdaten
Koordinator: Prof. Thomas Dimpfl
Ansprechpartner:
Prof. Dr. med. Thomas Dimpfl, Direktor der Frauenklinik am Klinikum Kassel
Tel. (0561) 980-3040, E-Mail: dimpfl@klinikum-kassel.de
Prof. Dr. med. Peter Albers, Direktor der Klinik für Urologie am Klinikum Kassel
Tel. (0561) 980-3697, E-Mail: albers@klinikum-kassel.de
Prof. Dr. med. Jürgen Faß, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie
Tel. (0561) 980-3035, E-Mail: fass@klinikum-kassel.de
Urogynäkologische Sprechstunden: Mo bis Do: 8-15.30 Uhr, Fr: 8-13.30 Uhr, Anmeldung in der gynäkologischen Abteilung unter Tel. (0561) 980-3040
Adresse: Klinikum Kassel GmbH, Mönchebergstr. 41-43, 34125 Kassel
Internet: http://www.klinikum-kassel.de/kliniken/gyn/ (mj)


