Kontinenz-Zentrum Helios-Kliniken Schwerin

Behandlung komplizierter Fälle von Blasenschwäche

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Die Frauenklinik des Hospitals ist schon seit längerem als Kompetenz-Zentrum bekannt.
Getty Images/MedioImages

Lange bevor die Deutsche Gesellschaft für Kontinenz dem Zentrum an den Helios-Kliniken Schwerin ihren Prüfstempel gab, war die Frauenklinik für die Behandlung von Blasenschwäche bekannt.

Für viele Patientinnen mit Blasenschwäche war die Helios-Klinik letzte Anlaufstelle und ist es bis heute. Das Kontinenz-Zentrum ist auf komplizierte Fälle spezialisiert, darunter das Korrigieren von TVT-Bändern. Früher kamen Patienten aus Hamburg, Lübeck oder Kiel angereist, doch die Schweriner selbst wussten gar nicht, welche Spezialität ihre Stadt bietet, berichtet Prof. Eckhard Petri. Damit meint der Chefarzt der Frauenklinik die Behandlung von Inkontinenz und Genitalsenkung. Seit Ende 2004 haben die Schweriner Helios-Kliniken ihr Kontinenz-Zentrum von der Deutschen Gesellschaft für Kontinenz zertifizieren lassen. Geändert hat sich seither, dass die Einrichtung auch regional ein Begriff wird. "Der Name 'Kontinenz-Zentrum' soll nach außen artikulieren, dass wir interdisziplinär sehr gut zusammenarbeiten", sagt Petri, der die Arbeit des Zentrums koordiniert. "Das haben wir aber eigentlich immer schon gemacht. Seit ich 1991 hierher kam, habe ich gemeinsam mit den Urologen und den Chirurgen operiert."

Über 600 Operationen pro Jahr

Am Schweriner Kontinenz-Zentrum arbeiten Experten aus fünf Fachabteilungen zusammen: Gynäkologen, Urologen, Neurologen, Chirurgen und Coloproktologen sowie Kinderchirurgen. Außerdem sind ein Reha-Zentrum und eine eigene Physiotherapie mit von der Partie. Um Patienten die Suche nach dem richtigen Ansprechpartner zu erleichtern, laufen alle Fäden im Sekretariat der Frauenklinik zusammen. Ruft eine Frau hier an, wird sie an die entsprechende Stelle weiter vermittelt. Männer kommen gelegentlich auch über andere Wege. Den Löwenanteil der Patienten bilden allerdings Frauen, erklärt Petri. Sie reisen aus dem gesamten Bundesgebiet nach Schwerin. Denn hier sind die Ärzte auf das Behandeln schwerer Fälle und von Komplikationen spezialisiert. "In den vergangenen Jahren haben wir über 200 Kunststoffbänder revidiert", sagt Petri. Solche TVT-Bänder werden bei Belastungskontinenz eingesetzt, um den unfreiwilligen Urinverlust beim Tragen schwerer Lasten, Treppensteigen, Husten oder Lachen zu beheben. Insgesamt nehmen die Mediziner im Jahr ungefähr 600 Eingriffe gegen Inkontinenz und Gebärmuttersenkung vor. Andere Kliniken machten pro Jahr etwa 20-25 solcher Operationen, berichtet Petri.

Aufklärung in ganz Mecklenburg-Vorpommern

"Wenn man offen und ungezwungen über Inkontinenz spricht, kann man auch mit der alten Oma vom Lande problemlos darüber reden", hat Chefarzt Petri festgestellt. Um über Blasenschwäche aufzuklären, fahren Mediziner der Helios-Kliniken über Land und informieren auf Veranstaltungen. Zudem richtet das Kontinenz-Zentrum Fortbildungen und Kongresse für Ärztekollegen aus. Denn viele Niedergelassene wissen wenig über Inkontinenz, beobachtet Petri. "Die meisten unterschätzen völlig, wie viele Frauen und Männer Probleme haben." Ergebnis: Patienten erhalten keine oder erst spät Hilfe.

Selbsthilfegruppen sind wichtige Info-Börsen

Ein wichtiges Bindeglied zwischen Klinik und Niedergelassenen sind Selbsthilfegruppen. Da das Kontinenz-Zentrum in Schwerin nur überwiesene Patienten beraten und behandeln darf, kann eine Betroffenengruppe helfen, Informationslücken zu schließen. Die Einrichtung bemüht sich daher, eine solche Anlaufstelle zu initiieren. Noch fehlt ein kompetenter Ansprechpartner, der die Gruppe leitet. Gespräche mit einem Urologen laufen zurzeit. So können Inkontinente sich hoffentlich bald auch in Schwerin austauschen und müssen nicht mehr bis entfernte Greifswald fahren.

Kontaktdaten

Koordination: Prof. Dr. med. Eckhard Petri

Ansprechpartner

Prof. Dr. med. Eckhard Petri, Chefarzt der Frauenklinik am Tumorzentrum West-Mecklenburg an den Helios-Kliniken Schwerin Tel. (0385) 520-2300, E-Mail: epetri@schwerin.helios-kliniken.de Dr. med. Peter Bub, Chefarzt der Klinik für Urologie an den Helios-Kliniken Schwerin Tel. (0385-520-2120) E-Mail pbub@schwerin.helios-kliniken.de Dr. med. Klaus Dommisch, Leitender Chefarzt der Klinik für Chirurgie und Koloproktologie an den Helios-Kliniken Schwerin, Oberarzt xxx Sauer Tel. (0385) 520-2050, E-Mail k.dommisch@schwerin.helios-kliniken.de Dr. med. Harald von Suchodoletz, Chefarzt der Klinik für Kinderchirurgie an den Helios-Kliniken Schwerin Tel. (0385) 520-2100, E-Mail hsuchodoletz@schwerin.helios-kliniken.de Prof. Dr. med. Frank Block, Chefarzt der Neurologie an den Helios-Kliniken Schwerin Telefon: (03 85) 5 20-31 03, E-Mail: fblock@schwerin.helios-kliniken.de Sprechstunden des Kontinenz-Zentrums: Mo und Mi: 8-12 Uhr (Funktionsdiagnostik), Di: 13-16.30 Uhr (Behandlungsplanung), Anmeldung unter der Hotline: (0385) 520-2300 Telefon-Hotline: (0385) 520-2300, Mo bis Do: 7-15.30 Uhr Adresse: Helios-Kliniken Schwerin, Wismarsche Str. 397, 19049 Schwerin Internet: helios-kliniken-schwerin

Autor: Martina Janning
Letzte Aktualisierung: 17. November 2008

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