Behandlung der Harninkontinenz
Teamarbeit gefragt
Nicht selten sind an der Therapie der Blasenschwäche neben unterschiedlichen Fachärzten auch andere Berufsgruppen wie Physiotherapeuten beteiligt – zum Vorteil der Betroffenen. Aber es können auch Probleme auftreten.
Die Behandlung vieler Krankheiten ist sehr komplex sowie hoch spezialisiert und verteilt sich auf die Schultern mehrerer Therapeuten, die über „Expertenwissen“ verfügen. Die beteiligten Personen aus unterschiedlichen Berufsgruppen müssen eng zusammenarbeiten und vieles koordinieren. Man spricht dann von einer interdisziplinären Zusammenarbeit, da Vertreter diverser Fachdisziplinen und Spezialisierungen beteiligt sind.
Auch bei der Therapie der Harninkontinenz bietet sich eine interdisziplinäre Zusammenarbeit an. Ein gutes und erfolgreiches Beispiel dafür sind die Kontinenzzentren, in denen verschiedene Fachärzte und andere Therapeuten den Betroffenen mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Teamarbeit bei Harninkontinenz
Welche Ärzte und Therapeuten können an der Behandlung der Harninkontinenz beteiligt sein? Zu den Ärzten gehören zum Beispiel Urogynäkologen, Urologen und/oder Neurologen. Urogynäkologen sind Frauenärzte, die sich auf Krankheiten der Harnwege bei Frauen, vor allem der Blasenschwäche, spezialisiert haben. Andere beteiligte Spezialisten sind beispielsweise Sexualmediziner, Physiotherapeuten, Ernährungsberater und Psychotherapeuten.
Gelingt es, die Zusammenarbeit der verschiedenen Disziplinen gut aufeinander abzustimmen, kann das für den Patienten viele Vorteile bieten. Sie profitieren von der Fachkenntnis der einzelnen Spezialisten sowohl bei der Diagnose als auch bei der Therapie.
Probleme für die Patienten
Die Teamarbeit bereitet den Betroffenen unter Umständen aber auch Probleme. Diese können letztlich dazu führen, dass die Patienten unzufrieden sind. So müssen sie oft neue Therapeuten kennen lernen oder mehrmals erläutern, welche Symptome sie haben und was sie erwarten. Daneben kann es schwer fallen, immer wieder ähnliche Fragen gestellt zu bekommen und sie zu beantworten. Möglicherweise gelingt es auch nicht, zwischen Patienten und Therapeuten ein vertrauliches und persönliches Verhältnis aufzubauen, was jedoch eine wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie ist. Mancher Patient erlebt die Behandlung als unpersönlich und nicht an seine Bedürfnisse angepasst.
Vorteile überwiegen
Nichtsdestotrotz überwiegen die Vorteile einer interdisziplinären Zusammenarbeit, wenn die Arbeit der einzelnen Spezialisten gut aufeinander abgestimmt ist und die Interessen des Patienten gewahrt sind. So sollte eine Person dafür verantwortlich sein, nicht nur beteiligte Ärzte und andere Therapeuten, sondern auch Einrichtungen wie Praxen und Kliniken zu koordinieren. Auf diesem Wege können Patienten eine den aktuellen Erkenntnissen und dem Stand der Wissenschaft entsprechende Therapie erhalten.
Bezogen auf die Harninkontinenz bedeutet das, dass sich die verschiedene Fachleute auf diagnostische und therapeutische Maßnahmen einigen, zum Beispiel ob konservativ etwa mit Tabletten und/oder Beckenbodentraining behandelt wird oder ob operative Maßnahmen notwendig sind. Bei der Entscheidungsfindung ist auch der Patient gefragt.
Zusammen geht es besser
Die interdisziplinäre Zusammenarbeit wird in Zukunft immer wichtiger werden, da bei vielen Krankheiten die Kenntnisse zunehmen und Behandlungsstrategien immer spezifischer werden. In einer auf die Bedürfnisse des Patienten zugeschnittenen Teamarbeit kann die Zufriedenheit der Betroffenen mit der Betreuung zunehmen und dem Betroffenen die bestmögliche Unterstützung bieten.


