Harnblasenkarzinom

Blut im Urin: Symptom für Blasenkrebs

Blut im Urin ist ein Warnzeichen. Ob bei der Frau oder beim Mann – wenn der Harn rot verfärbt ist, heißt es: zügig zum Arzt. Denn Blutspuren können auf ernsthafte Erkrankungen wie Blasenkrebs hinweisen.

Älterer Mann sitzt beim Arzt
Blut im Urin sollte ernst genommen werden: Es könnte sich um ein Symptom für Blasenkrebs handeln.
Alexander Raths - Fotolia

Blut im Urin ist immer ein Warnsignal, dessen Ursache ein Arzt abklären muss. Damit sollte man nicht lange warten, um keine wertvolle Zeit für die Behandlung zu verlieren!Denn im schlimmsten Fall kann Blasenkrebs dahinterstecken. Kommen zum Blut verstärkter Harndrang und starke Schmerzen beim Urinieren hinzu, deutet das mitunter auf ein fortgeschrittenes Krebsleiden hin.

Hauptrisiko für Blasenkrebs: Rauchen

In Deutschland sind Männer im Schnitt 70 Jahre, wenn sie Blasenkrebs (Harnblasenkarzinom) entwickeln, Frauen 73 Jahre. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts erkranken Männer zweieinhalb Mal so oft wie Frauen. Mit fast 30.000 Neuerkrankungen jährlich zählen Blasentumoren zu den häufigen Krebsarten hierzulande, rund 6.000 Patienten sterben jedes Jahr daran. Besonders gefährdet sind Raucher: Nikotin steht auf Platz eins der Liste der Risikofaktoren. US-Studien zufolge erkranken Raucher zwei bis drei Mal so häufig an Harnblasenkrebs wie Nichtraucher.

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Aber auch chemische Stoffe, wie aromatische Amine, können Blasenkrebs fördern. Wer in der Gummi-, Chemie- und Lederindustrie arbeitet, gilt als stark bedroht ebenso wie Friseure, Metallarbeiter, Drucker, Maler, Textilarbeiter und Kraftfahrer.

Ist es Blasenkrebs? Blasenspiegelung bringt Sicherheit

Ein Hinweis auf Blasenkrebs kann Blut im Urin sein. Dieses Warnzeichen sollte also ernst genommen werden. Denn je früher ein Blasentumor entdeckt wird, desto leichter lässt er sich bekämpfen. Zur Diagnose dient vor allem eine Blasenspiegelung, bei der der Urologe auch etwas Gewebe für eine genaue Untersuchung entnimmt. Der Eingriff dauert nur wenige Minuten und ist fast schmerzfrei, da der Arzt die Harnröhre betäubt und ein Gleitmittel benutzt. Dann betrachtet er mit einem röhrenförmigen Blasenspiegel (Zystoskop) das Innere der Harnblase und untersucht Harnleiter sowie die Größe und Form der Prostata.

Wie ein Blasentumor behandelt wird, hängt davon ab, wie weit der Krebs sich ausgebreitet hat. Ist er nur oberflächlich gewachsen, entfernt der Arzt die Geschwulst mit Instrumenten durch ein Endoskop hindurch. Je nach Tumorstadium werden über eine sogenannte Instillationstherapie krebshemmende Medikamente (Zytostatika) für ein bis zwei Stunden in die Blase gegeben und/oder eine Blasenspülung mit BCG durchgeführt. BCG ist eine abgewandelte Form des Tuberkuloseimpfstoffs. Er erzeugt in der Blasenschleimhaut eine heftige Immunreaktion. Dadurch bekämpft der Körper auch die Tumorzellen. Diese sogenannte Instillationstherapie soll ein erneutes Auftreten des Blasentumors verhindern.

Blut im Urin? Früherkennung rettet Leben

Ist der Krebs bereits in tiefere Schichten der Blasenwand vorgedrungen, ist eine Operation nötig. Muss der Chirurg die Blase vollständig entfernen, kann oft aus einem Stück Darm eine Ersatzblase geformt werden, so dass der Patient so gewohnt durch die eigene Harnröhre Wasser lassen kann. Manchmal ist ein künstlicher Urinausgang nötig. Weitere Behandlungsoptionen sind eine Bestrahlung und eine Chemotherapie. Letztere wird meist ergänzend bei weit fortgeschrittenen Blasentumoren eingesetzt.

Das beste Mittel im Kampf gegen Blasenkrebs ist die Früherkennung. Entsprechende Programme der gesetzlichen Krankenkassen fehlen allerdings. Daher sollten gerade Menschen mit einem erhöhtem Risiko sorgsam auf körperliche Veränderungen, wie Blut im Urin, achten und beizeiten zum Arzt zu gehen.

Autor:
Letzte Aktualisierung: 09. Juni 2016
Durch: sist
Quellen: Nach Informationen des Krebsinformationsdienstes, der Deutschen Krebsgesellschaft, der Krebshilfe und des Robert-Koch-Instituts

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