Psychische Belastung durch Blasenschwäche

Inkontinenz: So stark leidet das Wohlbefinden

Blasenschwäche schlägt bei vielen Frauen auf das körperliche und seelische Wohlbefinden. Italienische Wissenschaftler haben jetzt in einer landesweiten Studie herausgefunden: Die Form der Entleerungsstörung, unter der die Patientin leidet, spielt eine Rolle. Am wenigsten belastend wirkt sich offenbar die instabile Blase aus.

Frau sitzt nachdenklich auf der Couch
Nicht alle Inkontinenzformen belasten die Lebensqualität gleich stark.
© iStockphoto.com/kupicoo

Für die Gruppo Interdisciplinare di Studio Incontinenza Urinaria (GISIU) interviewten 250 Gynäkologen 1.062 Frauen mit Blasenschwäche. Der Vergleich mit 1.143 Frauen ohne Entleerungsprobleme zeigte: Eine instabile Blase oder Inkontinenz schränkt vor allem die körperliche Lebensqualität ein.

Die ermittelten Werte orientieren sich an einer Skala von 0-100. Der Wert 100 steht für optimale Lebensqualität. Die mittleren Werte im körperlichen Anteil betrugen 48,3 in der Kontrollgruppe und 45,6 für Probandinnen mit einer instabilen Blase.

Darüber hinaus ermittelten die Wissenschaftler einen Wert von 44,5 für Patientinnen mit Belastungsinkontinenz und 42,0 für Frauen mit Dranginkontinenz. Für Studienteilnehmerinnen, die unter einer Mischinkontinenz litten, betrugen die mittleren Werte nur 40,0.

Von einer Belastungsinkontinenz sprechen Mediziner, wenn unter körperlicher Belastung Urin abgeht. Dies geschieht, weil der Verschlussmechanismus der Harnröhre dem erhöhten Druck im Bauchraum nicht standhalten kann. Beispielsweise wegen einer Schwäche der Beckenbodenmuskulatur. Mehr zum Thema Belastungsinkontinenz erfahren Sie hier.

Bei einer Dranginkontinenz führt eine Überstimulation der Blase - etwa nach einer Zystitis - zu vermehrtem Harndrang. So wird die Blase bei geringer Füllung zu einer unfreiwilligen Entleerung gereizt. Mehr zum Thema Dranginkontinenz erfahren Sie hier.

Viele Frauen können mit einer instabilen Blase gut leben

Die Studie macht deutlich: Für die Lebensqualität macht es einen Unterschied, ob eine Frau die Blase kontrolliert entleeren kann. Das gilt beispielweise für die instabile Blase - oftmals Vorläuferin einer Inkontinenz. Patientinnen mit instabiler Blase müssen zwar acht oder mehr Mal pro Tag Wasser lassen und wachen meistens nachts durch den erhöhten Harndrang auf.

Sie schaffen es jedoch bis zur Toilette. Im Gegensatz zu Patientinnen, bei denen Husten, Niesen, Lachen oder Anheben schwerer Lasten zur Belastungsinkontinenz führt. Oder bei denen es verfrüht und zu einer nicht unterdrückbaren Dranginkontinenz kommt.

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Belastungsinkontinenz weniger einschränkend

Frauen mit Belastungsinkontinenz kommen offenbar besser mit der Blasenschwäche zurecht als Patientinnen mit einer Dranginkontinenz. Diese Form der Inkontinenz entsteht durch unwillkürliche Kontraktion der Blasenmuskulatur (Detrusor). Die Patientin muss jederzeit darauf gefasst sein, dass Urin abgeht.

Somit stellt die Dranginkontinenz eine Frau vor größere Probleme als die Belastungsinkontinenz. Bei der Belastungsinkontinenz wissen Frauen, welche auslösenden Situationen sie vermeiden können. Beispielsweise indem sie starkes Husten oder Niesen unterdrücken. Ein weiteres Ergebnis der Studie: Der Verlust an körperlicher Lebensqualität korrelierte deutlich mit der Stärke der Symptome.

Lebensqualität leidet unter Inkontinenz

Patientinnen, die ihr Leiden als sehr schwer einstuften, gaben regelmäßig eine schlechtere Lebensqualität an. Dies trat bei den körperlichen Aspekten am deutlichsten hervor und ließ sich ebenso bei den mentalen Aspekten oftmals nachweisen.

Alltagstipps bei Blasenschwäche
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