Beckenbodentraining mit Vaginalkonen

Vaginaltrainer: Das bringen sie für den Beckenboden

Vaginaltrainer - Konen Beckenboden
Mit Vaginalkonen kann man den Beckenboden ganz einfach im Alltag trainieren.
(c) George Doyle

Unter Frauen kursieren Liebeskugeln schon länger als Geheimtipp: Die kleinen Kugeln, die eine Frau in ihre Scheide einführt, stärken die Muskeln des Beckenbodens und erhöhen dadurch die sexuelle Erlebnisfähigkeit. Was viele nicht wissen: Es gibt eine Art medizinischer Liebeskugeln. Sie können noch mehr als die kleinen Sexspielzeuge.

Krafttraining für den Beckenboden

Denn mit diesen Vaginalkonen lässt sich der Beckenboden gezielt trainieren und eine Belastungsinkontinenz bessern. Diese Form der Blasenschwäche entsteht nämlich durch eine schwache Beckenbodenmuskulatur. Die Folge: Bei körperlichen Belastungen, die den Druck im Bauchraum plötzlich erhöhen, verliert die Frau unfreiwillig Urin. Das geschieht dann etwa beim Husten, Niesen, Lachen oder beim Sport. Zudem kann ein schwacher Beckenboden dazu führen, dass sich Organe wie die Gebärmutter oder die Blase absenken und Beschwerden verursachen. Dagegen hilft das Training mit Vaginalkonen ebenfalls. Denn der Beckenboden ist ein dreidimensionales Muskelgeflecht, das die Blase, Gebärmutter und den Darm stützt und in der richtigen Position hält.

Vor allem Schwangerschaften und Geburten können für eine Schwächung des Beckenbodens verantwortlich sein. Sie überdehnen die Muskulatur. Frauenärzte raten daher dringend, den Beckenboden nach einer Schwangerschaft bewusst wieder in Form zu bringen und zu stärken. Auch dazu eignen sich Vaginalkonen. Bei vielen Frauen gibt der Beckenboden jedoch mit den Jahren nach. Besonders in den Wechseljahren und danach können die hormonellen Veränderungen den Beckenboden entkräften und einer Blasenschwäche Vorschub leisten. Regelmäßiges Üben mit Vaginalkonen kann Frauen davor bewahren und ihre Kontinenz bis ins hohe Alter erhalten.

Zweimal täglich 15 Minuten den Beckenboden mit Konen trainieren

Vaginalkonen - das sind kleine Gewichte, die die Frau in die Scheide einführt. Ähnlich wie ein Tampon besitzen sie einen Faden, an dem sie sich wieder herausziehen lassen. Manche Sets bestehen beispielsweise aus fünf unterschiedlich schweren Konen. Die Frau beginnt das Training mit dem leichtesten Konus und steigert sich langsam bis zu dem schwersten Gewicht, das sie in der Scheide halten kann.

Der Vaginalkonus wird wie ein Tampon tief in die Scheide eingeführt. Dass der Vaginaltrainer korrekt sitzt, bemerkt die Frau daran, dass sie ihn nicht spürt. Damit der Konus beim Einführen besser gleitet, kann er mit Wasser befeuchtet werden.

Zu Beginn des Trainings sollte ausgetestet werden, mit welchem Konus gestartet wird. Wenn die Frau den Konus Nr. 1 ohne Mühe mehr als eine Minute beim Stehen und Gehen zu halten vermag, kann sie zu Nr. 2 übergehen. Die Übungen sollten mit dem Konus begonnen werden, den die Frau ohne Anstrengung halten kann, während sie steht oder läuft.

Dazu trägt die Frau den Konus ganz einfach, während sie ihrem normalen Tagesablauf nachgeht. Allerdings wirkt der kleine Trainer nur beim Stehen und Laufen und nicht beim Sitzen und Liegen. Übungsdauer: Zwei Mal täglich 15 Minuten. Mehr bringt nicht mehr. Im Gegenteil erschöpft längeres Tragen den Beckenboden und Muskelkater kann sich einstellen. Nach dem Training zieht die Frau den Konus einfach am Faden aus der Scheide. Dann mit Seife und lauwarmem Wasser waschen, mit einem sauberen Handtuch abtrocknen und in der Setdose verwahren. Sterilisieren ist nicht nötig.

Ein Arzt kann Vaginalkonen verschreiben

Jeweils nach zwei Wochen sollte die Frau ausprobieren, ob sie den nächst schwereren Konus halten kann und dann mit ihm weitermachen. Die meisten Frauen spüren schon nach zwei bis drei Wochen eine Besserung. Der volle Muskeltonus wird innerhalb von sechs Wochen bis zu drei Monaten erreicht. Ist eine Blasenschwäche bis dahin nicht abgeklungen, sollte die Frau einen Urologen aufsuchen, um den Grund abzuklären. Am besten ist es, den Beckenboden alle sechs Monate zu überprüfen und eine neue Trainingseinheit zu starten, sobald er eine Schwäche zeigt.

In einigen Situationen müssen die Konen jedoch in der Dose bleiben: Bei einer Scheideninfektion sollte eine Frau sie ebenso wenig benutzen wie während der Wundheilung nach einem Dammschnitt, in der Schwangerschaft und während der Regelblutung.

Nicht aufgeben: Falls die Frau den leichtesten Vaginalkonus nicht halten kann, sollte sie es mehrmals täglich erneut probieren. Übrigens gelangen nicht alle Frauen bis zum schwersten Konus. Denn nicht jeder Beckenboden ist gleich kräftig. Beschwerden bessern sich aber auch mit leichteren Gewichten. Gegen Belastungsinkontinenz gibt es Vaginalkonen übrigens auf Rezept.

Sieben sanfte Hilfen für eine starke Blase

Autor: Martina Janning / Lifeline
Letzte Aktualisierung: 17. April 2014

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  • Expertenrat Harninkontinenz
    Vaginalkonen
    26.06.2013 | 11:15 Uhr von Franziskamüller

    Guten Tag, ich leide unter Belastungsinkontinenz und möchte das Beckenbodentraining mit...   mehr...

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