Trinkverhalten
Trotz Harninkontinenz: Trinken ist wichtig
Wer sich mit einer schwachen Blase herumplagt, reagiert oft nur zu verständlich. Er oder sie schränkt das Trinken ein. Der Gedanke ist ja eigentlich auch logisch: Wenn nicht so viel hineinkommt, muss auch nicht so viel wieder heraus. Leider hat die Sache einen Haken: Wenig Trinken reizt die Harnblase zusätzlich.
Für den Körper ist Wasser lebensnotwendig. Immerhin besteht er mindestens zur Hälfte aus Wasser. Jeden Tag gehen über zwei Liter davon verloren: Etwa eineinhalb Liter als Urin, über die Haut, die Lunge und noch einmal ein Liter über den Stuhl. Ständiger Nachschub ist also dringend erforderlich. Denn ohne Wasser kann der Körper die Zellen nicht mit Nährstoffen versorgen, Stoffwechselendprodukte können nicht abtransportiert werden. Wassermangel behindert auch die Niere bei ihrer Arbeit. Damit sie Abfallstoffe zuverlässig ausscheiden kann, muss sie genügend Wasser zur Verfügung haben. Kann die Niere keine Abfallstoffe ausscheiden, vergiftet sich der Körper langsam aber sicher selbst. Wasser sorgt auch für die Temperaturregelung: Verdunstet Schweiß auf der Haut, hat das einen kühlenden Effekt.
In fester Nahrung steckt auch Flüssigkeit
Ein Erwachsener braucht pro Tag etwa 30 Milliliter Flüssigkeit pro Kilogramm Körpergewicht. Bei einem 70 Kilogramm schweren Menschen sind das über zwei Liter. In fester Nahrung steckt auch Flüssigkeit und beim Verarbeiten der Nahrung entsteht ebenfalls Wasser, das der Körper nutzen kann. Dennoch: Mindestens eineinhalb Liter täglich sollte man trinken. Auch mehr Flüssigkeit schadet nicht. Ausnahme sind Menschen mit schweren Herz- oder Nierenkrankheiten. Die sollten die Trinkmenge mit ihrem Arzt absprechen.
Auf den Durst ist kein Verlass
Bei vielen Menschen ist das Durstempfinden schwach oder gar nicht ausgeprägt. Trinken sollte man daher nicht erst, wenn man Durst hat. Flüssigkeitsmangel kann zu Schwindel, Konzentrationsstörungen und Verstopfung führen. Und: Bekommt die Niere zu wenig Flüssigkeit, konzentriert sie den Urin stärker. Ein stark konzentrierter Urin wiederum kann die Wände der Harnblase reizen. Die Folge: Die Beschwerden der Blasenschwäche nehmen zu. Auch eine schwache Blase braucht also ausreichend Spülung.


