Potenzprobleme durch Blasenschwäche

Erektionsstörung durch Harninkontinenz

Über das eine reden Männer so ungern wie über das andere: Blasenschwäche und Potenzprobleme können aber zusammenhängen. Manchmal sind Nerven oder die Prostata schuld, manchmal spielt die Psyche einem Mann übel mit.

Paar liegt im Bett
Erektionsstörungen und Harninkontinenz hängen bei Männern oft zusammen.
Getty Images/BananaStock RF

Impotenz und Inkontinenz stehen auf der Rangliste der verheimlichten Krankheiten ganz weit oben: 46% der Männer sehen sexuelle Probleme als "das peinlichste Leiden" an, ergab 2001 eine europaweite Umfrage unter 3.500 Männer zwischen 18 und 65 Jahren. Platz zwei belegen Blasenprobleme: 25 Potenz der Männer schämen sich, über eine Harninkontinenz zu sprechen.

Aber eine Blasenschwäche und Erektionsstörungen haben noch mehr gemeinsam. Die beiden Leiden treten sogar häufig zusammen auf. Männer mit Multipler Sklerose, Morbus Parkinson und Querschnittlähmungen, aber auch Diabetiker und Alkoholsüchtige sind vielfach von beiden Erkrankungen betroffen. "Verantwortlich dafür sind Nervenbündel, die sowohl zur Blase als auch zum Penis gehen", erklärt Daniela Schultz-Lampel, Leiterin des Kontinenz-Zentrums Villingen-Schwennigen. "Man kann nicht sagen, dass eine Erkrankung zuerst da ist und zu der anderen führt. Vielmehr haben Blasenprobleme und Erektionsstörungen oft die gleiche neuronale Ursache." Die Nervenfasern im Beckenbereich, die Blase und Penis steuern, sind so zahlreich und umfassend miteinander verwoben, dass Mediziner bislang nicht bestimmen können, wo genau in diesem Geflecht eine Inkontinenz oder Potenzstörung ihren Ursprung hat und welche Übertragungswege gestört werden.

Erektionsstörungen durch vergrößerte Prostata

Auch eine Prostatavergrößerung kann sowohl zu Blasenproblemen als auch zu Erektionsstörungen führen. Zu den typischen Folgen einer gutartigen Prostatavergrößerung (benigne Prostatahyperplasie, kurz: BPH) zählen Probleme beim Wasserlassen und Inkontinenz. Beide, gutartige Prostatavergrößerungen und Potenzprobleme, treten vermehrt bei Männern ab Mitte 50 auf. Mehrere Studien haben einen Zusammenhang zwischen Blasenproblemen durch eine BPH und sexuellen Störungen festgestellt.

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Eine der größten Untersuchungen mit fast 13.000 Männern aus den USA und sechs europäischen Ländern kommt zu dem Schluss, dass eine BPH oft mit Erektionsstörungen, einem verminderten Samenerguss (Ejakulation) oder einer schmerzhaften Ejakulation einhergeht. Es zeigte sich: Je stärker die Harnwegsbeschwerden sind, desto wahrscheinlicher ist es, dass der Betroffene auch unter Erektionsstörungen leidet. Begleiterkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Herzkrankheiten spielen dabei keine Rolle, betonten die Forscher. Wie Blasenprobleme durch eine vergrößerte Prostata und sexuelle Funktionsstörungen zusammenhängen, ist bisher ungeklärt.

Erst die Inkontinenz, dann Erektionsstörungen

Ein weiterer, immer wieder unterschätzter Zusammenhang zwischen Inkontinenz und Impotenz ist psychologischer Natur. Wenn es einen Mann beschämt, dass er Urin verliert, kann das zu Erektionsproblemen führen. Aus Angst, von der Partnerin oder dem Partner abgelehnt zu werden, büßt mancher die Lust auf ein Liebesleben gleich ganz ein. Außerdem: Wie kann ein Mann Sex entspannt genießen, wenn er befürchtet beim Verkehr einzunässen? Viele Männer beschämt zusätzlich, dass Inkontinenz als Frauenleiden gilt. Es könnte ihren Druck lindern, wenn sie wüssten, dass viele Geschlechtsgenossen ihre Krankheit teilen. Im Alter werden Männer sogar fast genauso oft inkontinent wie Frauen. Blasenschwäche ist jedoch kein Schicksal, sondern gut zu behandeln.

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