Inkontinenz bei jungen Frauen
Blasenschwäche plagt oft auch junge Frauen
Manche Frauen klagen schon mit Mitte 20 über Inkontinenz. In vielen Fällen lässt sich keine auslösende Erkrankung wie ein Tumor finden. Auch macht sich die Blasenschwäche oft nur in bestimmten Situationen bemerkbar: Beim Lachen, Husten oder während des Orgasmus. Am besten wirkt bei dieser Art von Beschwerden Beckenbodengymnastik.
Ursache für diese Beschwerden können schweres Tragen oder bestimmte Sportarten sein: So strapaziert etwa eine Frau, die 3-4 Mal in der Woche joggt, ihren Beckenboden enorm, sagt Prof. Heinz Kölbl, Direktor der Klinik und Poliklinik für Gynäkologie der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.
Blasenschwäche durch niedrigen Östrogenspiegel
Die Blasenschwäche kann aber auch mit dem Hormonhaushalt zusammenhängen. So werden einige Frauen gerade in der zweiten Zyklushälfte, wenn ein relativer Östrogenmangel herrscht, von Harninkontinenz geplagt. Das lässt sich recht leicht erklären: Hormone wie Östrogene, Gestagene und Androgene unterstützen nämlich die Funktion des Beckenbodens. Eine Östrogenersatztherapie eigne sich erwiesenermaßen sogar für die Therapie einer Blasenschwäche, schreibt Estilla Maurer-Major vom Universitätsspital Zürich in einer Übersichtsarbeit in der Fachzeitschrift Coloproctology (5, 2001).
Manchmal kann Gymnastik Harninkontinenz sogar verhindern
Kölbl würde eine Hormonersatztherapie allerdings nur begleitend empfehlen. Bei jungen Frauen, die sich noch nicht in den Wechseljahren befinden, sei sie ohnehin nicht angebracht. Hier zähle vor allem Beckenbodengymnastik. "Sie wird zwar stiefmütterlich betreut. Aber ich bin überzeugt, dass sich durch Gymnastik die Blasenschwäche in vielen Fällen sehr verbessern würde", sagt Kölbl. Der Gynäkologe rät auch Frauen ohne Inkontinenz aus vorbeugenden Gründen zur Beckenbodengymnastik. "Am besten schon nach der gynäkologischen Erstuntersuchung ab dem 14. oder 15. Lebensjahr."
Durch tägliche Gymnastik lasse sich mancher Fall von Inkontinenz verhindern, meint Kölbl. Eine sehr einfache und wirkungsvolle Übung, die der Gynäkologe empfiehlt: Zwei Finger in die Scheide einführen und hochziehen - zweimal pro Minute. Dabei sollte gut zu spüren sein, wie sich der Muskelbauch rechts und links gegen die Finger drückt. "Am besten wirkt die Übung im Sitzen, denn dabei muss die Frau noch stärker gegen die Schwerkraft arbeiten", sagt Kölbl.











