Inkontinenz bei Kindern: Diagnose beim Arzt
Wenn am Morgen das Bettlaken im Kinderzimmer mal wieder auffallend feucht ist und auch tagsüber der rechtzeitige Gang zur Toilette einfach nicht klappen will, wächst bei vielen Eltern die Sorge. Was steckt bloß dahinter? Sicherheit kann ein Arztbesuch bringen. Mittels vielfältiger Diagnosemethoden kann hier dem Auslöser auf den Grund gegangen und ggf. eine entsprechende Therapie eingeleitet werden.
Viele Eltern sind sich unsicher, ob die Probleme ihres Nachwuchses mit dem Wasserlassen noch „normal“ sind oder nicht. Geschieht nicht bei jedem Kind nachts einmal ein „Malheur“ und ist es nicht normal, dass tagsüber das Spielen weitaus wichtiger ist, als der rechtzeitige Gang zur Toilette? Wenn das Wasserlassen aber zunehmend zum Dauerthema wird, kann dies die Lebensqualität des Kindes und auch der Familie deutlich einschränken. Im Zweifelsfall lohnt daher der frühzeitige Gang zum Arzt. Hier kann die genaue Diagnose gestellt und die Ursache des Problems in Angriff genommen werden.
Gespräch als Basis
Zur Diagnose kann der Arzt auf verschiedene Verfahren zurückgreifen. Am Anfang steht das ausführliche Gespräch mit dem Kind und den Eltern (Anamnese). Im Fokus des Interesses stehen unter anderem:
- Häufigkeit der Toilettengänge
- Urinmenge beim Toilettengang
- Trinkmenge
- Probleme beim Stuhlgang
- Unfreiwilliger Harnabgang: Wann tritt er besonders auf (Nachts? Tagsüber?)
- Begleitsymptome: z.B. schmerzhaftes Wasserlassen und Bauchschmerzen – Verdacht auf Harnwegsinfekt
Weitere Aspekte sind unter anderem Entwicklungsstand des Kindes, die familiäre Situation, bisherige Untersuchungen und ggf. eingeleitete Therapien.
Gezielte körperliche Untersuchung
In der Regel schließt sich der Anamnese die körperliche Untersuchung an. Eventuell können dabei Veränderungen festgestellt werden, die für eine zugrunde liegende Erkrankung sprechen würden.
Urinuntersuchung und Blasentagebuch
Der Anamnese und körperlichen Untersuchung können verschiedene weitere Maßnahmen folgen. Dazu gehört unter anderem die Analyse einer Urinprobe mithilfe eines Teststreifens. Eine vermehrte Bakterienanzahl spricht dabei möglicherweise für eine Harnwegsinfektion.
Im Rahmen der Diagnostik spielt auch das Blasentagebuch eine wichtige Rolle. Hier werden über einen Zeitraum von zwei bis drei Tagen Angaben etwa zu der Häufigkeit der Toilettengänge, der Menge des Urins oder der Frequenz des nächtlichen Einnässens gesammelt. Auch die Trinkmenge wird in einem derartigen Blasentagebuch erfasst. Da das Ausfüllen möglichst detailliert und fehlerfrei erfolgen sollte, ist hier die tatkräftige Unterstützung der Eltern gefragt.
Weitere Untersuchungsmethoden
Um die Harnblase, aber auch weitere Organe wie Niere oder Harnleiter genau beurteilen zu können, führt der Arzt gegebenenfalls eine Ultraschalluntersuchung des Bauchs durch. So erkennt er eventuelle Veränderungen der Harnblase oder er bestimmt die Menge des Urins, der nach dem Wasserlassen in der Blase verbleibt (Restharn). Eine weitere mögliche Untersuchung ist die Uroflowmetrie, bei der der Urinfluss während der Blasenentleerung bestimmt wird.
Behandlung richtet sich nach der Ursache
Oft lässt sich mit diesen relativ einfachen Maßnahmen feststellen, was die Ursache für die Probleme ist. Besteht eine sogenannte organische Blasenschwäche (ausgelöst z.B. durch einen Organschaden etwa im Rückenmark oder im Bereich der Nieren), können weitere diagnostische Methoden wie die Magnetresonanz-Tomografie folgen. In den meisten Fällen ist die Harninkontinenz jedoch nicht organisch bedingt, Mediziner sprechen dann von einer funktionellen Blasenschwäche. In diesem Fall können unterschiedliche Therapieoptionen (z.B. Blasenschulung, psychotherapeutische Ansätze, Medikamente) hilfreich sein. Welche Behandlungsform im individuellen Fall die Richtige ist, gilt es im Gespräch zwischen Arzt, Eltern und Kind zu klären.
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