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Naturheilkunde Inkontinenz

Heilpflanzen für Blase und Harnwege

Wenn es beim Wasserlassen nicht läuft oder die Blase brennt, legen viele Menschen selbst Hand an - und brühen sich einen Tee auf. Andere knabbern Früchte. Ein kleiner Heilpflanzen-Wegweiser durch Blätterwald und Arzneigarten.

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Bestimmte Heilpflanzen lindern Blasenbeschwerden und regeln den Harndrang.
© iStock.com/Copit

Wer glaubt, sich eine Blasenentzündung eingefangen zu haben, greift oft erst zu einem Tee. Handelsübliche Blasen- und Nierentees enthalten Pflanzenteile wie Birkenblätter oder Schachtelhalmkraut. Sie regen die Nieren an, viel Harn zu produzieren.

Wie wirken Blasen- und Nierentees?

Dadurch soll ein Spüleffekt entstehen, der die Krankheitskeime aus dem Körper schleust. Hartnäckige Blasenentzündungen lassen sich nicht mit Blasen- und Nierentees bekämpfen. Bessern sich die Beschwerden nach zwei Tage nicht, gehen Sie zu Ihrem Arzt. Bei Ausbreiten der Keime besteht die Gefahr, dass sich das Nierenbecken entzündet.

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Bärentraubenblätter bei Blasenentzündung

Ein Tee aus Bärentraubenblättern gilt als bewährtes Mittel gegen Blasenentzündung. Er desinfiziert und bekämpft Bakterien. Wichtig ist die richtige Zubereitung: Brühen Sie die Blätter mit heißem Wasser auf, enthält der Tee viel Gerbsäure. Diese kann bei Menschen mit empfindlichen Magen Übelkeit und Erbrechen auslösen. Das verhindern Sie, indem Sie die Blätter in kaltem Wasser ansetzten. Nehmen Sie drei Gramm Bärentraubenblätter pro 150 Milliliter Wasser.

Rühren Sie die Flüssigkeit gelegentlich um, erhitzen Sie den Aufguss kurz und gießen Sie ihn durch ein Sieb ab. Bei Blasenentzündung empfehlen Ärzte von diesem Tee bis zu vier Tassen täglich. Es ist gut, zusätzlich harntreibende Tees zu trinken, um Keime aus dem Körper zu spülen. Ohne ärztlichen Rat trinken Sie Bärentraubenblättertee nicht länger als eine Woche. Verbessert sich eine Blasenentzündung nach zwei Tagen nicht, ist ein Arztbesuch ratsam.

Cranberrys und Preiselbeeren

Haben Sie wiederholt mit Blaseninfektionen zu tun, probieren Sie Preiselbeeren oder Cranberries aus. Sie können eine Erkrankung verhindern, indem sie das Andocken der Bakterien an die Blasenwand unterbinden. So wirken sie einer Entzündung entgegen. Studien zufolge erkranken Frauen, die regelmäßig vorbeugend Cranberries oder Preiselbeeren essen, bis zu 40% seltener an Blasenentzündungen. Cranberries sind größer als Preiselbeeren und im Geschmack milder. Sie lassen sich daher gut roh essen.

Goldrute bei Reizblase

Bei einer Reizblase kann Goldrute Linderung schaffen. Das Kraut mildert plötzlichen Harndrang ebenso wie Probleme beim Wasserlassen und krampfartige Unterbauchschmerzen. Die Ursachen für eine Reizblase können vielfältig sein und oft spielen mehrere Gründe zusammen. Dem kommt die Vielseitigkeit der Goldrute entgegen.

Die Pflanze wirkt harntreibend und spült so Bakterien und kleine Harnsteine aus dem Körper. Sie löst Krämpfe und entspannt die Blasenmuskulatur. Das mildert den Entleerungsreiz. Außerdem hemmt Goldrute Entzündungen und wirkt antibakteriell. Goldrute hilft bei entzündlichen Nieren- und Harnwegserkrankungen und ist oft ein Bestandteil von Blasen- und Nierentees.

Wer die Pflanze als Tee genießen will, gießt zwei Gramm feingeschnittenes Goldrutenkraut mit einer Tasse heißem Wasser auf. Zehn Minuten ziehen lassen und dann abgießen. Ärzte empfehlen mehrmals täglich eine Tasse zwischen den Mahlzeiten zu trinken. Alternativ gibt es Fertigarzneimittel mit Goldrute. Gehen Sie zum Arzt, wenn die Beschwerden trotz Selbstbehandlung länger als eine Woche unverändert andauern.

Arzneikürbis gegen häufigen Harndrang

Arzneikürbis wird zur Linderung von Beschwerden bei einer gutartigen Vergrößerung der Prostata eingesetzt. Er kann den häufigen Harndrang mindern und die Gefahr einer Infektion verringern. Die Kerne und das Öl des Gewächses enthalten mehrfach ungesättigte Fettsäuren, Mineralstoffe wie Kalium, Beta-Carotin, Vitamin E und pflanzliche Hormone.

Besonders wirksam sind die Kerne. Essen Sie morgens und abends ein bis zwei gehäufte Esslöffel mit etwas Flüssigkeit. Sie können auch ein Fertigarzneimittel einnehmen. Wie bei allen pflanzlichen Heilmitteln dauert es einige Zeit, bis eine spürbare Wirkung eintritt. Wichtig: Die Vergrößerung der Prostata beseitigt Arzneikürbis nicht. Regelmäßige Kontrollen beim Urologen bleiben daher notwendig.

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