Erkrankungen von Blase und Harnwegen

Glossar: Fachbegriffe rund um Inkontinenz

Was bedeuten Harninkontinenz, Prostatavergrößerung und Enuresis?

Blasenentzündung, Bettnässen, Dranginkontinenz, benigne Prostatahyperplasie – es gibt viele Krankheiten, die Beschwerden beim Wasserlassen verursachen können. Hier finden Sie die wichtigsten Begriffe einfach erklärt.

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Hier werden Ihnen die wichtigsten Begriffe zu Erkrankungen der Blase und Harnwege erklärt.
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Belastungsinkontinenz

(früher auch Stressinkontinenz genannt) Unfreiwilliger Harnabgang bei körperlicher Anstrengung oder Anspannung, zum Beispiel beim Husten, Niesen, Lachen oder Sport. Die am häufigsten auftretende Form der Harninkontinenz bei Frauen.

Benigne Prostatahyperplasie (BPH)

Gutartige Prostatavergrößerung. Kann dazu führen, dass die Prostata auf die Harnröhre drückt und Störungen beim Entleeren der Blase entstehen. Typische Anzeichen: verzögertes Wasserlassen, Nachträufeln, abgeschwächter Harnstrahl. Tritt bei Männern vorwiegend ab dem mittleren Lebensalter auf.

Bettnässen

Siehe -> Enuresis

Blasendruckmessung

Siehe -> Zystomanometrie

(auch Zystitis) Entzündung der Harnblase, am häufigsten durch Bakterien verursacht. Anzeichen: vermehrter Harndrang und brennende Schmerzen beim Wasserlassen.

Blasenentleerungsstörung

Wenn die Harnblase nur schwer oder unvollständig, nicht willkürlich oder zu selten geleert werden kann. Ursache können Erkrankungen oder ein erlerntes falsches Verhalten beim Wasserlassen sein.

Blasenschwäche

Siehe -> Harninkontinenz

Zystomanometrie

Untersuchungsmethode, die zur Diagnose von Inkontinenz zum Einsatz kommen kann

Detrusor-Sphinkter-Dyskoordination

Ein erlerntes Fehlverhalten, das zumeist Kinder betrifft. Beim Urinieren wird der Schließmuskel der Blase nicht entspannt, sondern angespannt. Daher lässt sich die Harnblase nur durch Pressen entleeren.

Dranginkontinenz (Urge-Inkontinenz)

Unwillkürlicher Urinverlust, der von plötzlichem, nicht zu unterdrückendem Harndrang begleitet wird.

Dysurie

Schmerzen beim Urinieren und erschwertes Wasserlassen. Oft im Zusammenhang mit einer benignen Prostatahyperplasie (BPH) oder einem Harnwegsinfekt.

Zystomanometrie

Methode zur Messung der Aktivität der Beckenbodenmuskulatur und des Blasenschließmuskels

Beckenbodenübungen zum Mitmachen

Enuresis

(auch Enuresis nocturna genannt) Bezeichnet das alleinige Einnässen im Schlaf an mindestens zwei Nächten pro Monat nach dem 5. Lebensjahr, ohne dass der Betroffene tagsüber einnässt oder an einem Harnwegsinfekt leidet. Ärzte unterscheiden primäre und sekundäre Enuresis. Bei der primärenEnuresis nässt das Kind von Geburt an nachts ein und war nie längere Zeit trocken. Bei der sekundären Enuresis tritt des nächtliche Einnässen auf, nachdem das Kind zuvor mindestens sechs Monate trocken war. Tritt das Bettnässen bei Erwachsenen auf, nennen Mediziner dies adulte Enuresis.

Giggle-Inkontinenz

Die Lachinkontinenz (giggle, engl.: kichern) ist eine Sonderform einer überaktiven Blase beim Kind, bei der sich die Harnblase beim Lachen unwillkürlich komplett entleert. Betrifft vor allem Mädchen zwischen 8 und 12 Jahren und verschwindet meist mit der Pubertät. Auch Infektionen der Harnwege, Fremdkörper in Blase und Scheide, Reizungen durch Waschmittel oder Seifen, Würmer oder Verstopfung können eine Giggle-Inkontinenz auslösen.

Harnblasenkarzinom

(auch Blasenkrebs genannt) Typisches Anzeichen: Blut im Urin, ohne dass Schmerzen auftreten. Männer erkranken häufiger als Frauen.

Harnflussmessung

Siehe -> Uroflowmetrie

Harninkontinenz

Unkontrollierter Abgang von Urin

Harnröhrendruckprofil

Siehe -> Urethradruckprofil

Harnstrahlmessung

Siehe -> Uroflowmetrie

Harnwegsinfekt

Durch einen Krankheitserreger verursachte Infektion der ableitenden Harnwege (Nierenbecken, Harnleiter, Harnblase, Harnröhre).

Urin oder Stuhl kann nicht bewusst zurückgehalten und der Zeitpunkt der Entleerung nicht selbst bestimmt werden.

Inkontinenz bei neurogener Überaktivität des Blasenmuskels

(früher auch "Reflexinkontinenz" genannt) Unwillkürlicher Urinabgang bedingt durch Überaktivität des Blasenmuskels aufgrund neurogener Erkrankungen (zum Beispiel Multiple Sklerose, Querschnittlähmung). Die Blase entleert sich reflexartig und lässt sich nicht bewusst kontrollieren.

Kontinenz

Fähigkeit, Harn oder Stuhl bewusst zurückzuhalten

Kindliche Dranginkontinenz

(früher "Enuresis diurna" genannt) Einnässen tagsüber und/oder nachts verbunden mit häufigem Wasserlassen, starken, nicht zu unterdrückenden Harndrang, Haltemanövern.

Lazy-Bladder-Syndrom

Einnässen, das entsteht, weil ein Kind seinen Urin zurückhält, statt sofort auf die Toilette zu gehen. Dadurch verliert es zunächst das Gefühl für die gefüllte Blase. Die Harnblase wird permanent überdehnt und die Blasenmuskulatur verliert so an Kraft. Neben dem Harnabgang kennzeichnet Restharn das Lazy-Bladder-Syndrom. Es betrifft häufig Mädchen.

Miktion

Wasser lassen

Miktionsprotokoll

Siehe -> Miktionstagebuch

Miktionsstörung

Probleme beim Wasserlassen, zum Beispiel bei Harndrang trotzdem nicht urinieren zu können

Alltagstipps bei Blasenschwäche

Miktionstagebuch

Aufzeichnungen, in denen Menschen mit Harninkontinenz über einen festgelegten Zeitraum hinweg notieren, wann und wie oft sie auf die Toilette müssen, wie viel Urin sie ausscheiden, wann und wie viel sie trinken und in welchen Situationen sie ungewollt Harn verlieren. Das Miktionstagebuch hilft dem Arzt bei der Diagnose.

Mischinkontinenz

Eine Form von Harninkontinenz, bei der Symptome der Belastungsinkontinenz und der Dranginkontinenz gemeinsam auftreten

Nykturie

Häufiges Wasserlassen in der Nacht (mehr als 2-mal)

Polyurie

Das vermehrte Ausscheiden von Harn (wesentlich mehr als 2 Liter in 24 Stunden).

Prostatahyperplasie

Siehe -> Benigne Prostatahyperplasie (BPH)

Prostatakarzinom

Prostatakrebs. Der zweithäufigste Tumor bei Männern nach dem 50. Lebensjahr. Ein Prostatakarzinom kann mit der Zeit die Harnröhre einengen und zu Blasenentleerungsstörungen führen.

Prostatitis

Entzündung der Prostata. Anzeichen für eine akute Prostatitis: Fieber, Schüttelfrost, starkes Krankheitsgefühl, Schmerzen beim Wasserlassen.

Pollakisurie

(auch Frequency-Urgency-Syndrom genannt) Entleerungsstörung der Blase, bei der der Betroffene oft auf die Toilette muss, aber nur kleine Mengen Urin ausscheidet.

Restharn

Urin, der bei Entleerungsstörungen der Blase nach dem Wasserlassen in der Harnblase zurückbleibt

Reflexinkontinenz

Siehe -> Inkontinenz bei neurogener Überaktivität des Blasenmuskels

Reizblase

Reizung der Harnblase, ohne dass organische Ursachen gefunden werden können. Die Patienten gehen ständig zur Toilette. Die Ursachen einer Reizblase sind vielschichtig (zum Beispiel Blasenentzündungen, hormonelle Veränderungen oder psychische Belastung), oft kommen mehrere zusammen.

Zystomanometrie

Untersuchung zur Diagnose von Inkontinenz

Sphinkterometrie

Siehe -> Urethradruckprofil

Stuhlinkontinenz

Nicht bewusst zu beeinflussender Abgang von Stuhl

TVT-Band

Ein Kunststoffband, das um die Harnröhre gelegt wird, um ihre Verschlusskraft wiederherzustellen. Der Eingriff erfolgt operativ.

Überaktive Blase

Bezeichnet einen Komplex mehrerer Symptome, die gemeinsam auftreten können, aber nicht müssen: plötzlich auftretender, nicht zu unterdrückender Harndrang, häufiges Wasserlassen (mehr als achtmal pro Tag) und nächtliches Wasserlassen (mehr als zweimal pro Nacht). Eine Harninkontinenz kann, aber muss nicht gleichzeitig vorliegen.

Überlaufinkontinenz

Störung der Blasenentleerung, bei der Urin wegen mechanischer Hindernisse, z.B. Verengung der Harnröhre, nicht richtig abfließen kann und es zu einer Überdehnung der Harnblase und einem Funktionsverlust des Blasenmuskels kommt. Kennzeichen: tröpfchenweiser Urinabgang bei maximal gefüllter Blase ("Überlaufen"), Harnträufeln, häufiges Wasserlassen, Startschwierigkeiten beim Urinieren und verstärkter Harndrang.

Zystomanometrie

Untersuchung zur Diagnose von Inkontinenz

Urethritis

Eine Entzündung der Harnröhre (Urethra). Typische Anzeichen: Juckreiz und Brennen beim Wasserlassen, eitriger Ausfluss, oft auch Schmerzen beim Urinieren.

Urge-Inkontinenz

Siehe -> Dranginkontinenz

Zystomanometrie

Messverfahren zur Untersuchung der Funktionsweise der Harnblase

Zystomanometrie

Untersuchung zur Diagnose von Inkontinenz

Urologe

Arzt, der auf Krankheiten der Nieren, der Harnwege, der Blase und der männlichen Genitalien spezialisiert ist

Urotherapie

Umfasst verschiedene verhaltenstherapeutische Ansätze. Die Aufklärung über das Krankheitsbild und die Entwicklung einer normalen Blasenfunktion sowie das Erlernen eines normalen Trink- und Miktionsverhaltens stehen dabei im Vordergrund.

Zystitis

Siehe -> Blasenentzündung

Zystomanometrie

(auch Zystometrie) Untersuchung zur Diagnose von Inkontinenz

Zystoskopie

Siehe -> Blasenspiegelung

Blasenschwäche: 15 sanfte Tipps gegen Inkontinenz

Autor:
Letzte Aktualisierung: 09. Juni 2016
Durch: sw

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