Ursachen für Harninkontinenz

Inkontinenz: Welche Rolle spielen unsere Gene?

Bei der Entstehung der Harninkontinenz haben auch die Erbanlagen eine große Bedeutung. Meist sind jedoch verschiedene Faktoren am Werk.

Frauen einer Familie
Möglicherweise spielen auch die Erbanlagen bei Inkontinenz eine Rolle.

Die Risikofaktoren für die Entstehung einer Harninkontinenz gelten als vielfältig. Dazu gehören steigendes Alter, Übergewicht oder Rauchen. Andere Ursachen: Schwangerschaften, Diabetes mellitus Typ 2 (Zuckerkrankheit) oder die Einnahme von Medikamenten. Aber auch die Erbanlagen könnten bei der Entstehung von Inkontinenz eine Rolle spielen.

So gehen Wissenschaftler heute davon aus, dass an der Entstehung von Blasenschwäche immer mehrere Faktoren beteiligt sind. Die Bedeutung der genetischen Veränderungen oder von Umwelteinflüssen bei dieser "multifaktoriellen Genese" ist bislang nur in geringem Maße erforscht.

Studie bestätigt Einfluss der Gene auf Blasenschwäche

Die Bedeutung der unterschiedlichen Faktoren in Bezug auf das Entstehen von Beschwerden der unteren Harnwege sollten schwedischen Wissenschaftlern beurteilten. Das taten sie in einer Untersuchung mit mehr als 25.000 weiblichen und männlichen Zwillingen zu den sogenannten "lower urinary tract symptoms" - kurz LUTS. Sie befragten die Zwillinge zu den LUTS, den typischen Symptomen der unteren Harnwege.

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Zu den LUTS zählen neben der Harninkontinenz etwa die überaktive Blase und häufiges Wasserlassen. Die Teilnehmer waren zwischen 20 und 46 Jahre alt. Insgesamt traten LUTS bei Frauen häufiger auf als bei Männern. So waren etwa sieben Prozent der Frauen betroffen und nur ein Prozent der Männer. Dabei stieg die Häufigkeit der Beschwerden mit zunehmendem Alter an – beides keine unbekannten Phänomene.

Eine Analyse zum Einfluss der Gene auf die Entstehung von LUTS zeigte, dass die Erbanlagen bei der Entwicklung der Harninkontinenz eine wichtige Rolle spielen können. Dagegen hängt die Herausbildung einer überaktiven Blase eher mit Umweltfaktoren zusammen. Die Ergebnisse treffen nur auf Frauen zu. Die Zahl der Männer mit LUTS fiel zu gering aus, um eine aussagekräftige Analyse starten zu können.

Andere Studien untermauern erbliche Faktoren für Inkontinenz

Ebenso zeigen andere Untersuchungen, dass die Gene bei der Entstehung einer Harninkontinenz nicht zu unterschätzen sind. So besaßen in einer weiteren Studie Angehörige ersten Grades von Frauen mit Belastungsinkontinenz ein dreifach höheres Risiko, daran zu erkranken. Ganz anders als bei Familienmitglieder ersten Grades von Frauen ohne Blasenschwäche.

Weiterer Hinweis: Die Harninkontinenz und andere Symptome der unteren Harnwege kommen bei Menschen verschiedener Ethnien unterschiedlich häufig vor. Andere Untersuchungen belegen eine familiäre Häufung. Doch sollten Sie bei der Interpretation dieser Ergebnisse vorsichtig sein: Die Häufung etwa einer Harninkontinenz bei Frauen gleicher Ethnie kann ebenso kulturelle Hintergründe haben.

Diese können Faktoren wie das Alter bei der Geburt, die Anzahl der Geburten oder Schwangerschaften beeinflussen. Die wiederum gehören zu den Risikofaktoren einer Harninkontinenz. Gibt es in einer Familie viele Angehörige mit einer Harninkontinenz oder anderen LUTS, liegt das nicht zwangsläufig an den Genen. So spielt die familiäre Umgebung eine Bedeutung, wie beispielsweise Rauchgewohnheiten, Trinkgewohnheiten oder Blasentraining.

Nichtsdestotrotz zeigen die Resultate der schwedischen Studie: Zumindest bei der Entstehung einer Harninkontinenz scheinen die Gene eine Rolle zu spielen. Bei der überaktiven Blase spielen familiäre Faktoren wie Blasentraining oder Lebensstil eine größere Bedeutung. Insgesamt sehen die Studienautoren aus Schweden in ihren Ergebnissen einen wichtigen Hinweis: Die Gene spielen bei der Entstehung der Harninkontinenz und anderer LUTS eine nicht unerhebliche Rolle.

Alltagstipps bei Blasenschwäche
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